Das ist ein Coup für Red Bull. Nicht die Vertragsverlängerung mit Max Verstappen, sondern die Laufzeit: bis zum Ende der Saison 2030. Hatte der viermalige Formel-1-Weltmeister nicht an fast jedem Rennwochenende bis zur Sommerpause Ende Juli den eigenen Boliden mehr oder weniger für unfahrbar erklärt, jedenfalls als nicht konkurrenzfähig bezeichnet im Wettlauf mit Mercedes, Ferrari, inzwischen auch wieder McLaren? Und gleichzeitig das neue Reglement mit beißender, vernichtender Kritik überzogen? Am Donnerstag gab er fröhlich Gas. Als erfülle sich sein Herzenswunsch.Zu den Details der Vereinbarung schwieg der Niederländer drei Tage vor dem Großen Preis der Niederlande in Zandvoort beredt. Zumindest ließ er sich auf die Frage der F.A.Z. nach einer Ausstiegsklausel nicht ein. Red Bull wird tief in die Tasche gegriffen und ihm Freiheiten zugestanden haben, wie sie kaum ein Kollege in der Formel 1 genießt. Verstappen wird noch freier schalten und kreisen dürfen. Etwa bei Langstreckenrennen wie zuletzt auf der von ihm geliebten Nordschleife des Nürburgrings oder bald beim berühmten 24-Stunden-Rennen in Le Mans.Exzellenz hat ihren PreisDas erleichtert die Entscheidung für einen Rennstall, der ihn, damals 18 Jahre alt, 2016 ins Cockpit setzte. Team und Pilot verliehen sich gegenseitig Flügel. 2021 beendete diese Fahrgemeinschaft die Ära Mercedes mit Lewis Hamilton am Steuer. Seither sprach Verstappen gerne von seiner „big family“. Auch am Donnerstag im Fahrerlager von Zandvoort wieder. Der Sohn bleibt.Das hängt nicht allein mit der Familienbande zusammen. Zwar lechzt die Konkurrenz nach Siegertypen wie Verstappen. Aber Mercedes glaubt aus gutem Grund, einen potentiellen Nachfolger entdeckt zu haben: Kimi Antonelli gewann mit 19 Jahren sechs der elf Grand Prix in dieser Saison. McLaren weiß seit Ende 2025, dass Lando Norris nicht nur das Zeug zum Weltmeister hat, sondern letztlich doch die Nervenstärke, die erste Chance zu nutzen – gegen Verstappen. Ferrari präsentiert gerade das Comeback des Rekordpiloten der Formel 1: Lewis Hamilton liegt in der Fahrerwertung auf Rang zwei.Die Exzellenz von Verstappen hat also ihren Preis. Warum sollten Mercedes, McLaren oder Ferrari – geschätzt – 70 Millionen Euro pro Saison investieren, wenn sie mit der Verpflichtung des besten Fahrers einen Chefpiloten installieren, der mit seiner Dominanz und seinen (begründeten) Ansprüchen hier ein vergleichsweise billiges Supertalent zu bremsen, dort eine vielversprechende Ordnung zu sprengen droht? Die attraktiven Teams sind sehr gut aufgestellt. Und die zurzeit unattraktiven wie Aston Martin, hochgerüstet, aber erschreckend langsam bis zur Sommerpause, bieten nicht genug, den Erfolgshunger Verstappens auch nur im Ansatz zu stillen.Er will mit den Besten arbeiten. Dass er sie nach wie vor bei Red Bull sieht, mag irritieren nach der Abwanderungswelle von Star-Designer Adrian Newey bis hin zu seinem kongenialen Renningenieur, der 2028 zu McLaren wechselt. Aber dieser Trend ist entscheidend gestoppt.Mit Verstappens Verlängerung entwickelt Red Bull eine neue Anziehungskraft. Denn wenn der eher ungeduldige Champion einen Bindungsrekord (15 Jahre) anpeilt, scheint er eine Beschleunigung vorherzusehen. Das ist vorerst ein Gewinn, mit dem Red Bull wuchern könnte. Er kommt auch der Formel 1 zugute. Wenn der überragende Steuerkünstler nicht im allerbesten Auto davon saust, steigt die Chance, Wettrennen auf Augenhöhe zu erleben. Das wird die Spannung steigern.
Was hinter Max Verstappens Vertragsverlängerung bei Red Bull bis Ende 2030 steckt
War da nicht einer unzufrieden? Max Verstappen bleibt bis Ende 2030 bei Red Bull. Das bringt das Team auf Touren – und ist gut für die Formel 1.











