Forscher der Sicherheitsfirma Varonis befragten Microsoft 365 Copilot gezielt nach seinen Schutzmechanismen und der Assistent lieferte die entscheidenden Hinweise, um eine kritische Sicherheitslücke auszunutzen. Ein manipulierter Link genügte, um darüber unbemerkt Passwörter, E-Mails und Kalendereinträge abzugreifen.

Der von Varonis „CoSnitch“ getaufte und auf dem firmeneigenen Blog ausführlich dokumentierte Angriff konnte automatisch Befehle ausführen, Daten über verbundene Dienste abgreifen und das „Gedächtnis“ des KI-Assistenten dauerhaft manipulieren. Varonis bezeichnet die Methode selbst als „Meta-Hacking“. Die Idee dahinter: statt klassischem Reverse Engineering, wird der Assistent direkt befragt. Anfangs soll Copilot Auskünfte verweigert haben. Doch jede Ablehnung enthielt laut Varonis-Forscher Lior Adar technische Details zur internen Architektur.

„CoSnitch“ nutzt Schwachstellen aus

Durch geschicktes Nachfragen gab der Assistent schließlich undokumentierte URL-Parameter und Schutzmaßnahmen preis. Mit diesem Wissen konnte Varonis diese umgehen und eine manipulative URL nachbauen. Klickt ein Nutzer darauf, lädt der Browser seine aktuelle autorisierte Copilot-Session und der eingeschleuste Prompt wird automatisch und ohne Bestätigung oder Warnung mit Zugriff auf sämtliche mit Copilot verbundenen Dienste ausgeführt.