Der Carlsen Verlag hat Klage gegen OpenAI eingereicht, weil der KI-Chatbot ChatGPT auf Anfrage Geschichten des urheberrechtlich geschützten „NEINhorns“ erstellt und wohl „in unrechtmäßiger Weise“ mit den Kinderbüchern trainiert wurde. Das hat der Hamburger Verlag am Donnerstag öffentlich gemacht und kritisiert, dass sich die von ChatGPT erzeugten Illustrationen vom Original von Autor Marc-Uwe Kling und Illustratorin Astrid Henn kaum unterscheiden ließen. Der KI-Chatbot mache sogar „eigeninitiativ Vorschläge für weitere rechtsverletzende Texte und Illustrationen“. Darin würden auch nicht erwähnte Charaktere und Handlungsorte aufgenommen. ChatGPT biete sogar „ganze Druckvorlagen für illustrierte Geschichten, samt Umschlaggestaltung, Impressum, einer gefakten ISBN und Verlagslogo“.
„Klauen und damit durchkommen?“
Angesichts der „äußerst detailgetreuen Kopien“ müsse davon ausgegangen werden, dass die Originalwerke aus der Kinderbuchreihe „in unrechtmäßiger Weise zum Training der Sprach- und Bildmodelle von OpenAI genutzt wurden und nun als ‚Memorisierung’ in diesen Modellen enthalten sind, sodass sie jederzeit über ChatGPT abrufbar sind“, schreibt Carlsen. OpenAI werde aufgefordert, die unlizenzierte Nutzung geschützter Werke zu unterlassen, mögliche Missstände offenzulegen und die volle Verantwortung für gesetzeswidrige Handlungen zu übernehmen, erklärt Christian Schumacher-Gebler, der CEO der deutschen Bonnier-Gruppe, zu der Carlsen gehört. Insbesondere müsse entstandener Schaden ersetzt werden. Eingereicht wurde die Klage am Landgericht München I, das ist für OpenAI kein unbekanntes.







