Verlag klagt gegen OpenAI : „NEINhorn“ gegen ChatGPT20.08.2026, 08:42Lesezeit: 2 Min.„Das NEINhorn“ ist ein moderner Klassiker der Kinderliteratur. Die Erfinder haben viel Herzblut und Zeit hineingesteckt. Jetzt müssen sie mit ansehen, wie ChatGPT in Sekunden perfekte Kopien produziert. Sie gehen vor Gericht.Der deutsche Comic-Verlag Carlsen klagt gegen den KI-Betreiber OpenAI. Der Verlag, der Autor Marc-Uwe Kling und die Illustratorin Astrid Henn sehen ihre Rechte an dem 2019 erschienenen Kinderbuch „Das NEINhorn“ verletzt, wie Carlsen zu der gemeinsamen Klage berichtete.„Bereits einfachste Eingaben in ChatGPT führen dazu, dass dem Nutzenden Geschichten vom ,NEINhorn‘ erstellt werden, die in den wesentlichen kreativen Elementen dem urheberrechtlich geschützten Werk von Marc-Uwe Kling und Astrid Henn gleichen“, teilt der Carlsen-Verlag mit. „Die von ChatGPT erzeugten Illustrationen lassen sich vom Original-,NEINhorn‘ kaum unterscheiden.“KI erstellt falsche BestellnummerChatGPT mache darüber hinaus eigeninitiativ Vorschläge für weitere „rechtsverletzende Texte und Illustrationen“ zum „NEINhorn“, die ohne jede Erwähnung auch die weiteren Charaktere und Handlungsorte aufnähmen, so der Verlag. ChatGPT biete ganze Druckvorlagen für illustrierte Geschichten samt Umschlaggestaltung, Impressum, einer falschen Bestellnummer und Verlagslogo an.„Auf Basis der äußerst detailgetreuen Kopien des Originals muss davon ausgegangen werden, dass die Originalwerke aus der Reihe ,Das NEINhorn‘ in unrechtmäßiger Weise zum Training der Sprach- und Bildmodelle von OpenAI genutzt wurden und nun als ,Memorisierung‘ in diesen Modellen enthalten sind, so dass sie jederzeit über ChatGPT abrufbar sind“, schreibt Carlsen zu der Klage gegen die irische Niederlassung von OpenAI, die den Chatbot in Europa betreibt.Der Autor der „NEINhorn-Bücher“, Marc-Uwe Kling, betont laut Mitteilung: „Jedem, der sich illegal auch nur einen einzigen Film, ein Buch oder ein Hörbuch runterlädt, droht eine empfindliche Strafe. Aber OpenAI klaut einfach alle Kunst und Kultur der ganzen Welt und glaubt, damit durchzukommen? Da fällt dem ,NEINhorn‘ nur ein Wort dazu ein: ,Nein!‘"Auch die „NEINhorn“-Illustratorin Astrid Henn zeigt sich empört: „Die unerlaubte Verwendung meiner Illustrationen, oft Ergebnis monatelanger Arbeit, für das Training einer KI, mit dem Ziel, dass die Kl meine Arbeit, also mein Eigentum, für jedermann nutzbar macht, ist für mich Diebstahl. Dieser Vorgang unterscheidet sich in meinen Augen nicht von zum Beispiel dem Diebstahl von Firmengeheimnissen, die dann im Darknet verkauft und für jedermann zugänglich gemacht werden.“