PfadnavigationHomeRegionalesBerlin & BrandenburgWas ist ein Tornado und wie wird er bestätigt?Stand: 12:08 UhrLesedauer: 2 MinutenDiesen Baum hat ein Tornado in Fürstenwalde/Spree in Brandenburg entwurzelt.Quelle: Patrick Pleul/dpaDer Deutsche Wetterdienst hat bei den jüngsten Gewittern gleich zwei Tornados über Deutschland bestätigt. Wie entstehen solche Windhosen - und was unterscheidet sie von ähnlichen Naturphänomenen?Was man eigentlich in erster Linie in den USA verorten würde, hat innerhalb weniger Stunden gleich zwei Orte in Deutschland heimgesucht: Tornados sind bei heftigen Unwettern sowohl über Fürstenwalde/Spree in Brandenburg als auch über den Großraum Wetzlar in Hessen hinweggefegt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bestätigte in beiden Fällen, dass es sich um Tornados handelte.Was ist ein Tornado?Die meisten kennen solche Bilder vor allem aus Hollywood-Filmen: Tornados sind wirbelnde Luftsäulen mit Bodenkontakt, die relativ senkrecht zu einer Wolke in die Höhe ragen. Sie entstehen nach Angaben des DWD bei extrem hohen Temperaturunterschieden in der Luft, die wiederum sehr kräftige Druckunterschiede erzeugen. Unter der Wolke steigt Warmluft nach oben, in diesem Gefüge entsteht dann eine rotierende Bewegung in der eigentlichen Wolke, die nach unten herauswächst und letztlich wie ein Rüssel aussieht - der DWD bezeichnet ihn als einen «rotierenden Aufwindschlauch».Dieser Rüssel kann einen Durchmesser von mehr als einem Kilometer und Windgeschwindigkeiten von mehreren hundert Kilometern pro Stunde erreichen. In seiner Schneise kann er schwere Verwüstungen anrichten. Wie der DWD schreibt, treten in Mitteleuropa deutlich weniger Tornados auf als in den USA.Wie wird ein Tornado bestätigt?Nicht immer muss es sich bei einem tornadoähnlichen Naturphänomen tatsächlich um einen Tornado handeln. Zuletzt hatte etwa ein mächtiger Luftwirbel über dem Landkreis Vechta in Niedersachsen an einen Tornado erinnert - nach DWD-Angaben handelte es sich in Wirklichkeit aber um einen sogenannten Staubteufel. Der entscheidende Unterschied dabei: Ein Tornado steht mit einer hochreichenden Schauer- oder Gewitterwolke in Verbindung - bei einem Staubteufel fehlt eine solche Verbindung.Bevor ein Verdachtsfall für einen Tornado bestätigt wird, prüfen Experten eine Reihe von Kriterien. Zunächst wird nach DWD-Angaben mit Hilfe von Radarbildern unter anderem geschaut, ob es zu dem jeweiligen Zeitpunkt eine rotierende Gewitterzelle in dem betroffenen Gebiet gegeben hat. Im Anschluss werden Augenzeugenberichte und Aufnahmen zur Intensität und den entstandenen Schäden ausgewertet - im Fall Fürstenwalde beispielsweise dienten in den sozialen Netzwerken geteilte Videos als Beleg für den Tornado.In einigen Fällen geben auch Vor-Ort-Untersuchungen Aufschluss darüber, ob man es mit einem Tornado zu tun hat. All diese Informationen werden schließlich laut DWD zusammengetragen und diskutiert, ehe ein Fall am Ende mit Hilfe einer Punktematrix bestätigt, nicht bestätigt oder weiter als Verdachtsfall geführt wird.dpa-infocom GmbH
Was ist ein Tornado und wie wird er bestätigt? - WELT
Der Deutsche Wetterdienst hat bei den jüngsten Gewittern gleich zwei Tornados über Deutschland bestätigt. Wie entstehen solche Windhosen - und was unterscheidet sie von ähnlichen Naturphänomenen?














