Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Wenn in den Stadien der Republik dieses Stakkato ertönt, weiß jeder: Es ist Pokal-Zeit. Zum 43. Mal in Folge wird am 29. Mai kommenden Jahres das Endspiel im Olympiastadion ausgetragen. Seit 1985 wird es das „deutsche Wembley“ genannt, weil im tatsächlichen Wembley in London der F. A.-Cup mit Ausnahme des Um- und Neubaus Anfang der 2000er-Jahre, als man sechsmal nach Cardiff auswich, seit 1923 seine Finalgeschichte hat und Historie ein Gut ist, mit dem man sich besonders im Mutterland des Fußballs gut schmücken kann. Hierzulande mit ein wenig Verspätung ebenso.

Das „deutsche Wembley“ gab es schon in der DDR

Dabei wird gern vergessen, dass es ein „deutsches Wembley“ schon deutlich früher gab. Zehn Jahre vor dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) hatte der Deutsche Fußballverband der DDR (DFV) entschieden, die Endspiele um den FDGB-Pokal in Berlin auszutragen, im Stadion der Weltjugend. Mit derart wegweisenden Entscheidungen waren die Macher in der DDR ihren Westkollegen häufig einen Schritt voraus. Auch eine zentrale Spielklasse, im Westen mit der Bundesliga 1963 eingeführt, erlebte zwischen Ostsee und Erzgebirge schon 1949 den ersten Anpfiff. Es ging derart fix, dass die ersten Spiele der damaligen DS-Liga (Deutscher Sportausschuss) bereits einige Wochen vor Gründung der DDR ausgetragen wurden.