Die Vermögensungleichheit in Deutschland hat einer Studie zufolge in den vergangenen 15 Jahren entgegen der öffentlichen Wahrnehmung leicht abgenommen. Dies geht aus einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) hervor, über die die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet.Demnach sei die Schere zwischen Arm und Reich zwar von Ende der 90er-Jahre bis zur Finanzkrise 2008 auseinandergegangen, seither sei die Entwicklung jedoch leicht rückläufig. Als Gründe nennen die Autoren unter anderem die kräftigen Zuwächse bei den Realeinkommen und die gesunkene Verschuldung vieler Bürger durch die Niedrigzinsphase nach der Krise.Die Studie stellt jedoch auch fest, dass die Ungleichheit im europäischen Vergleich hoch bleibt. Dies sei auch in anderen Ländern mit ausgeprägten Sozialsystemen wie in Skandinavien der Fall. Ein Grund dafür sei, dass die Ansprüche an die Sozialversicherungen wie die Rente in den Statistiken nicht als Vermögen erfasst würden. Würden diese berücksichtigt, wäre die Ungleichheit in Deutschland spürbar geringer.Besonders groß sind dem Bericht zufolge die regionalen Unterschiede. So sei das durchschnittliche Nettovermögen in den süddeutschen Bundesländern mit 442.100 Euro mehr als zweieinhalbmal so hoch wie im Osten mit 169.100 Euro. Ein wesentlicher Grund dafür ist laut IW, dass die Menschen in den ostdeutschen Ländern erst 1990 mit der Vermögensbildung beginnen konnten.Statt einer stärkeren Belastung von Reichen rät das IW dazu, den Vermögensaufbau für breite Schichten der Bevölkerung zu fördern, etwa durch niedrigere Steuern und Gebühren beim Immobilienkauf. (Reuters)
Ost-West-Kluft bleibt riesig: Vermögensschere in Deutschland schließt sich seit 2008 langsam wieder
Eine neue Studie widerspricht der öffentlichen Wahrnehmung. Die Vermögensungleichheit sinkt leicht. Regionale Unterschiede bleiben allerdings bestehen.








