Deutschland hat ein Bildungsproblem. Zu viele junge Menschen verlassen die Schule ohne Abschluss oder gehen am Übergang ins Berufsleben verloren. Darüber muss gesprochen werden – schonungslos und mit der nötigen Dringlichkeit.
Ein aktueller Handelsblatt-Kommentar erklärt junge Menschen ohne Job oder Ausbildung jedoch zur Ursache für Deutschlands Wohlstandsverlust. Weil es ihnen an Bildung fehle, werde das ganze Land ärmer, meint der Autor. Das ist nicht nur grober Unfug. Es ist eine Frechheit gegenüber den Betroffenen.
Eine Statistik wird zur Beleidigung umgedeutet
Anlass sind neue Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis): Zehn Prozent der 20- bis 24-Jährigen waren demnach 2025 weder beschäftigt noch in Bildung oder Ausbildung. 2022 waren es 8,8 Prozent. Dieser Anstieg ist ein Warnsignal, keine Frage.
Doch die sogenannte NEET-Quote („Not in Employment, Education or Training“) misst weder Intelligenz noch Leistungsbereitschaft. Sie sagt auch nicht, dass alle Betroffenen „ohne Abschluss oder ohne Job“ sind. Hier werden unterschiedliche Kategorien zu einer Abstiegserzählung über die deutsche Jugend verdichtet.






