Wer Social-Media-Verbote für Kinder und Jugendliche fordert, sollte sein eigenes Verhalten kontrollieren. Erwachsene sind hier oft kein gutes Vorbild.
Nicht nur Kinder und Jugendliche, auch Erwachsene haben inzwischen ein problematisches Verhältnis zu ihrem Smartphone
Karl-Josef Hildenbrand/picture alliance
D iese schrecklichen Social-Media-Konzerne sind wirklich, wirklich furchtbar. Es ist ein Skandal, wie sie unsere armen Kinder skrupellos süchtig machen. Dagegen muss doch jemand mal was tun. Gut, dass jetzt endlich ein Gericht in den USA … äh, einen Moment bitte … Sorry, ich kann mich gerade nicht auf den Text hier konzentrieren, weil ich schnell was checken muss … ah, ja, da! Sehr schön! Meinem Cousin scheint’s im Urlaub gut zu gehen. Seine Fotos auf Facebook sehen fantastisch aus.
Apropos Urlaub, was macht eigentlich der Merz? Steht bei Bluesky was? Seit Merz weg ist, laufen die taz-Titel bei Insta leider nicht mehr richtig … Okay, also, wo waren wir gerade? Ach so, ja, es ist natürlich gut, dass vor einem Gericht in Kalifornien jetzt darüber verhandelt wird, ob Mark Zuckerbergs Meta-Konzern seine Social-Media-Plattformen Instagram und Facebook absichtlich so gestaltet, dass möglichst viele Jugendliche möglichst lange hängenbleiben. Den Klägern kann man nur viel Glück wünschen, weil die Social-Media-Sucht schon viel Unheil angerichtet hat und die Opfer eine Entschädigung bekommen sollten. Insbesondere Kinder aus schwierigen Verhältnissen, denen sonst niemand hilft, brauchen mehr staatlichen Schutz vor der Gier der Techkonzerne.







