Der geschasste Verteidigungsminister fordert Präsidentschaftswahlen. Auch wenn das in Kriegszeiten nicht geht – seine Argumente sind nachvollziehbar.

Protest in Kyiv gegen die Absetzung des Verteidigunsministers Mychajlo Fedorow. Der fordert jetzt Neuwahlen in der Ukraine

Anatolii Stepanov/reuters

N ein, Mychajlo Fedorow hat sich nicht in der Schmoll-Ecke verkrochen, ganz im Gegenteil. Der ehemalige ukrainische Verteidigungsminister, dessen Absetzung im Juli in der Ukraine Proteste ausgelöst hatte, redet Tacheles. Jetzt fordert er neue Präsidentschaftswahlen. Dies hatten in der Vergangenheit übrigens auch Donald Trump und Wladimir Putin getan; ihre Einstellung zu freien und fairen Wahlen dürfte bekannt sein.

Klar: Wahlen unter Kriegsrecht sind laut ukrainischer Verfassung verboten. Doch Fedorows Argumentation ist nachvollziehbar. Wie legitim kann ein vom Volk auf fünf Jahre gewähltes Staatsoberhaupt noch sein, das bereits seit 2019 im Amt ist? Zumal Russlands Angriffskrieg noch Jahre dauern könnte.