PfadnavigationHomeSportLeichtathletikDoppelsieg im Speerwurf„Ich bin ein mentales Biest“ – Im letzten Versuch entreißt Weber seinem Teamkollegen das GoldStand: 15.08.2026Lesedauer: 3 MinutenJulian Weber gewinnt EM-Gold im SpeerwurfQuelle: Getty Images for European Athletics/Maja HitijJulian Weber gewinnt bei der Europameisterschaft Gold im Speerwurf. Er liefert sich einen dramatischen Wettbewerb mit seinem Teamkollegen Nick Thumm, der Silber gewinnt. Auch die Sprint-Staffel der Männer hat Grund zur Freude.Speerwerfer Julian Weber hat mit dem letzten Versuch Gold bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham gewonnen und damit seinen Triumph von der Heim-EM vor vier Jahren in München wiederholt. Trotz Schulterproblemen katapultierte der 31-Jährige den Speer auf 90,40 Meter und bezwang noch Teamkollege Nick Thumm.Der Stuttgarter hatte mit 83,76 Metern bis zum letzten Durchgang geführt und machte mit der überraschenden Silbermedaille den deutschen Doppelerfolg perfekt. Rio-Olympiasieger Thomas Röhler war in der Qualifikation gescheitert. Bronze holte der Lette Patriks Gallums mit 82,97 Metern – einen Zentimeter vor dem Polen Dawid Wegner.„Ich wollte einfach zeigen, dass ich ein mentales Biest bin. Ich bin einfach unfassbar froh“, sagte Weber.Erst Mitte Juli in Saison eingestiegenWeber plagte sich schon die gesamte Saison mit Schulterproblemen herum. Erst Mitte Juli stieg er deshalb auch in die Saison ein und warf beim Meeting im schweizerischen Luzern mit 87,04 Metern auf Anhieb eine europäische Jahresbestleistung.In Birmingham schaffte Weber in der Qualifikation im ersten Versuch den Einzug ins Finale und konnte wertvolle Kraft sparen. Dort legte er mit dem ersten Versuch auf 83,71 Meter im gesamten Wettbewerb vor und führte lange.Thumm startete mit 81,10 Metern und lag zunächst im Verfolgerfeld. Im vierten Durchgang gelang dem 21-Jährigen der Wurf zur Führung, doch Weber konnte noch einmal kontern. Fix und fertig konnte Thumm von Krämpfen geplagt Weber nicht nochmal antworten. „Es ist einfach nur super – es ist gar nichts mehr drin“, sagte der 21-Jährige.Neben Heim-Gold vor vier Jahren gewann Weber 2024 in Rom EM-Silber. Bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen wartet der gebürtige Mainzer aber noch auf sein erstes Edelmetall.Sprint-Staffel gewinnt SilberDie deutsche 4×100-Meter-Staffel der Männer hat ohne 200-Meter-Europameister Owen Ansah Silber gewonnen. In der Besetzung Kevin Kranz, Marvin Schulte, Heiko Gussmann und Lucas Ansah-Peprah sprintete das deutsche Quartett in 38,64 Sekunden auf den zweiten Platz im Alexander Stadium in Birmingham. Den Sieg sicherten sich die favorisierten Briten in 38,45 Sekunden. Dritter wurde Belgien in 38,70 Sekunden. „Ich bin einfach um mein Leben gelaufen“, sagte Schlussläufer Ansah-Peprah.Wegen einer drohenden Sperre hatte der Deutsche Leichtathletik-Verband Ansah vorsichtshalber nicht für die Staffel aufgestellt, um keine nachträgliche Disqualifikation zu riskieren. Stattdessen schaute Ansah als „Edelzuschauer“ zu, wie er selbst nach seinem Coup über die 200 Meter am Freitagabend ankündigte. Nach der Zehnkampf-Show von Europameister Leo Neugebauer und Silbermedaillengewinner Niklas Kaul hatte auch Sophie Weißenberg im Siebenkampf Grund für Glücksgefühle. Zwei Jahre nach ihrem Olympia-Drama mit einem Achillessehnenriss beim Aufwärmen in Paris belegte sie beim Sieg der Irin Kate O'Connor den fünften Platz. „Ich habe die letzten zwei Tage gefühlt durchgeheult. Ich war so voller Emotionen und war so überrascht von mir die ganze Zeit“, sagte Weißenberg nach der persönlichen Bestleistung von 6496 Punkten.Weitaus weniger zufrieden war Robert Farken über 1500 Meter. Der 28-Jährige kam in 3:37,49 Minuten ins Ziel und musste sich mit dem neunten Platz begnügen. Den Titel gewann überraschend der Niederländer Stefan Nillessen in 3:35,70 Minuten. „Das ist eine vertane Chance“, sagte Farken. „Aber wer mich kennt, weiß, dass ich wieder da sein werde und wieder angreife.“ Knapper war es für Hochspringerin Christina Honsel im Hochsprung: 1,92 Meter waren etwas zu wenig für Edelmetall, das mit 1,95 vergeben wurde. Der Sieg ging an Weltmeisterin und Olympiasiegerin Jaroslawa Mahutschich aus der Ukraine.Mit 15 Medaillen, darunter vier goldenen, blickt der DLV vor dem Schlusstag der EM schon auf erfolgreiche Titelkämpfe zurück.step/luwi/dpa