Die Ruhe vor dem Sturm: Mit einer Schweigeminute hat die Techno-Demonstration Rave The Planet begonnen. Bevor sich die „Floats“, also die Trucks mit Musikanlagen und Menschen, in Bewegung setzten, wurde an die Opfer des CSD-Attentats vor drei Wochen gedacht.

Denn die Veranstaltung unter dem Motto „Imagine Love“ findet an einem vorbelasteten Ort statt: 300 Meter Luftlinie entfernt fuhr am 25. Juli ein mutmaßlich islamistisch motivierter Attentäter in eine Menschenmenge, woraufhin der CSD evakuiert wurde. Gut eine Woche ist es her, dass am Tatort ein neuer Baum gepflanzt wurde, begleitet von einer Regenbogenbank. Das Attentat beschäftigt Deutschland und die queere Community weiterhin, die medialen Nachwehen sind tagesaktuell.

Heute jedoch schallt und wummert es teils ohrenbetäubend durch den Tiergarten. 300.000 Menschen erwartet der Veranstalter bei wolkenfreiem Himmel und 35 Grad. Und so könnte es für Rave The Planet vielleicht keinen vorteilhafteren Ort geben als Berlins größten Park. Wer von Musik und Sonne auf der Straße des 17. Juni eine Pause braucht, zieht sich unter die Bäume zurück oder legt sich auf eine der Wiesen.

Während im Hintergrund die Musik aus den Boxen dröhnt, suchen zwei Besucher am Tatort des CSD-Anschlags einen Moment der Stille.