In einem Essay visioniert der Meta-Chef eine Zukunft für uns alle. Herausgekommen ist eine XXL-Werbung, auf die wir nicht hereinfallen sollten.

E s sollte wohl der große philosophische Wurf werden. 40.000 Zeichen lang ist das Essay von Meta-Chef Mark Zuckerberg mit dem Titel „The Future is for Everyone“. Eine Vision für uns alle, wie wir künftig statt im Wettkampf in Gemeinschaft mit der KI leben können. Doch so schön Zuckerbergs Utopie an manchen Stellen klingen mag, so gefährlich wäre es, ihr zu glauben. Dieser Mann will nicht Menschen, sondern den Profiten helfen. Und das wird schon nach wenigen Zeichen in seinem Essay klar – denn auf Kritik geht er an keiner Stelle ein.

Aktuell steht nicht nur KI an sich, sondern auch Meta in der Kritik. 85 Prozent der Bür­ge­r*in­nen denken laut einer Meinungsumfrage, dass von sozialen Medien eine Suchtgefahr für Kinder ausgeht. Jugendlichen ziehen gegen Social-Media-Plattformen vor Gericht mit dem Vorwurf, ihre psychische Gesundheit geschädigt zu haben. Vor wenigen Tagen begann ein Prozess von 29 Bundesstaaten gegen Meta wegen mutmaßlich suchtfördernder Designs bei Facebook und Instagram. Darüber schreibt Zuckerberg im Essay nichts. Jugendliche sind bei „everyone“ scheinbar nicht mitgemeint.