Die Niedrigwasser-Lage im Rhein hat sich am Samstag nicht weiter verschärft. Der Pegelstand an der besonders heiklen Engstelle Kaub am Mittelrhein stieg bis zum späten Vormittag leicht auf elf Zentimeter – nach sechs Zentimetern am Vortag, wie aus dem Monitoring der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins hervorging. Weil die meisten Schiffe diese flache Stelle nicht mehr passieren können, ist der Rhein faktisch zweigeteilt.

Ein weiteres Sinken der Pegel hätte die Lage noch verschärft. Zu Wochenbeginn waren für den Wochenverlauf erstmals einstellige Pegelstände prognostiziert worden. Der Binnenschifffahrtsverband teilte daraufhin mit, dass die wichtigste Wasserstraße Deutschlands dann nicht mehr durchgängig befahrbar sei.Vor allem Branchen mit schweren Gütern sind betroffenGut 80 Prozent der Transportmenge des Güterschiffsverkehrs geht über den Rhein, auf seinen 884 schiffbaren Kilometern von der Nordsee bis Basel. Neben dem Tourismus trifft der niedrige Wasserstand vor allem die Wirtschaftszweige, die großvolumige und schwere Güter oder große Mengen benötigen: Gerade Stahl, Treibstoff, Schüttgüter oder Erze werden weiterhin per Schiff transportiert, genauso wie viele der bei Lanxess und BASF benötigten Chemikalien.