Flammenwände, Rauchwolken und evakuierte Ortschaften: Die Brände in Frankreich und Spanien lieferten in diesem Sommer dramatische Bilder. Schnell war von einem Europa in Flammen und von einem weiteren Beleg für die menschengemachte Klimakrise die Rede. Für die betroffenen Menschen waren die Feuer zweifellos verheerend. Doch die globalen Daten stützen nicht den Eindruck, dass auf der Erde immer mehr Fläche brennt.

Ein ungewöhnlich schwaches Feuerjahr

Ausgerechnet während Medien erneut den Eindruck eines außer Kontrolle geratenen Feuerjahres vermitteln, liegt die weltweit verbrannte Fläche laut Satellitendaten bis Anfang August außergewöhnlich niedrig. Nach Angaben des Global Wildfire Information System (GWIS) waren bis zur 31. Kalenderwoche weltweit rund 120 Millionen Hektar verbrannt – der niedrigste Wert der GWIS-Reihe seit 2012 und rund 41 Prozent weniger als im Durchschnitt der Vergleichsjahre.

Auch Europa verzeichnete bis zu diesem Zeitpunkt mit rund 5,4 Millionen Hektar einen neuen Tiefststand. Der bisherige Tiefstwert lag bei 7,1 Millionen, der Durchschnitt bei rund 13 Millionen Hektar. Das schmälert weder die Gefahr einzelner Feuer noch ihre teilweise außergewöhnlichen Ausmaße. Es widerspricht aber der verbreiteten Erzählung, die Welt erlebe 2026 insgesamt ein beispielloses Flammeninferno.