Startseite
Finanzen
Immobilien
Immobilien: Insolvenz von Luxushotel-Investor – Berliner Zahnärzte zittern Die 12.18 Investment Management hat Insolvenz beantragt. Dem Berliner Zahnärzte-Versorgungswerk als Großinvestor könnte ein teures Ende drohen.
Luxusresort 7Pines auf Ibiza: Ein Objekt der 12.18.-Gruppe. Foto: 12.18. Investment Management GmbDüsseldorf. Meerblick von den Klippen, großzügige Suiten mit privaten Pools und Spa-Angebote auf Topniveau – das ist die glamouröse Welt des Düsseldorfer Hotel- und Touristikspezialisten 12.18. Zur Gruppe mit dem ungewöhnlichen Namen gehören Luxusresorts auf Ibiza und Sardinien und auch ein schottisches Landanwesen mit Golfplatz. Gesteuert wird das Portfolio über die Holding 12.18 Investment Management GmbH (12.18 IM). Nun hat die Gesellschaft beim Amtsgericht Düsseldorf Insolvenzantrag gestellt.Brisanz erfährt die Entwicklung durch die Verflechtung mit einem Großinvestor: Dem Versorgungswerk der Zahnärzte Berlins (VZB) drohen womöglich neuerlich hohe Verluste. Diese könnten sich auf die Altersversorgung von rund 11.000 Zahnärztinnen und Zahnärzten in Berlin, Brandenburg und Bremen auswirken. Umstände des vorläufigen Insolvenzverfahrens der 12.18. IM sorgen dabei beim VZB für zusätzliche Unruhe.Die 12.18. IM, einst hervorgegangen aus der Lindner Investment Management GmbH der Düsseldorfer Hoteliersfamilie Lindner, fokussiert sich auf Verwaltung und Management von Luxus-Touristikimmobilien. Das Unternehmen strukturiert diese als Kapitalanlagen für institutionelle Investoren, Family-Offices und Privatanleger.Zum Beteiligungsportfolio gehören beziehungsweise gehörten in Deutschland Projekte wie Schloss Hotel Fleesensee und das Maremüritz Yachthafenresort an der Mecklenburgischen Seenplatte sowie das Hotel Stadt Hamburg auf Sylt. Zu den Aushängeschildern zählen aber vor allem Anlagen im Ausland, etwa auf Ibiza, Sardinien, Teneriffa sowie das schottische Anwesen Schloss Roxburghe.Seit 2015 spielt das Berliner VZB eine zentrale Rolle bei der Finanzierung der 12.18. Die Rentenkasse soll der 12.18-Gruppe insgesamt 200 Millionen Euro für Projekte und Beteiligungen zur Verfügung gestellt haben – zunächst über Darlehen, später auch über eine Direktbeteiligung. Ab 2018 hielt das VZB eine Direktbeteiligung von 50 Prozent und baute diese später auf 60 Prozent aus. Die restlichen Anteile verblieben bei der Unternehmerfamilie Lindner.Großinvestor VZB fürchtet InteressenkonflikteBeim VZB sorgen Abläufe rund um das Insolvenzverfahren laut Informationen des Handelsblatts aus Insiderkreisen für zusätzliche Irritation. 12.18 IM will das Verfahren in Eigenverwaltung durchführen. Dabei bleibt die Geschäftsführung grundsätzlich im Amt, allerdings wird ihr ein Sachwalter zur Seite gestellt, der das Verfahren begleitet und die wirtschaftliche Lage sowie wesentliche Maßnahmen überwacht.Das Gericht hat dem am Donnerstag stattgegeben und im Insolvenzeröffnungsverfahren eine vorläufige Eigenverwaltung verfügt. Zum vorläufigen Sachwalter bestellte es den Düsseldorfer Rechtsanwalt Jens Schmidt. Der 12.18.-IM-Geschäftsführer Uwe Drangmeister wird dabei im Verfahren von der Kanzlei Kebekus & Partner unterstützt.Das VZB sieht darin einen möglichen Interessenkonflikt. Der Namensgeber der Kanzlei, Frank Kebekus, agierte einst auch als Generalbevollmächtigter bei der Sanierung und Entschuldung der Düsseldorfer Lindner Hotels AG. Dies könnte ihn womöglich hemmen, Ansprüche der 12.18. gegen Lindner zu verfolgen, so die Befürchtung des VZB.Kebekus ließ eine schriftliche Anfrage des Handelsblatts dazu unbeantwortet. In der Kanzlei heißt es jedoch, dass solche Befürchtungen „absurd“ seien. 12.18. teilte in einer Pressemitteilung lediglich mit: „Ziel der Eigenverwaltung ist es, die wirtschaftlichen und finanziellen Strukturen der Gesellschaft zu überprüfen, neu zu ordnen und eine tragfähige Grundlage für die weitere Entwicklung zu schaffen.“Der Antrag betreffe ausschließlich die 12.18. IM. Die weiteren Gesellschaften der 12.18.-Gruppe seien rechtlich eigenständig. Sie würden regulär fortgeführt. Für Gäste, Kunden und Geschäftspartner der operativen Gesellschaften ergäben sich keine Änderungen.Crime Wie das Berliner Zahnärzte-Versorgungswerk mehr als eine Milliarde Euro verlor – und das Geld nun zurückholen will 31.05.2026






