Neue Entwicklungen im Falle des Hilton Hotels im Neu-Isenburger Stadtteil Gravenbruch: Die Allsco GmbH und die Allsco Gravenbruch Hotelbetriebsgesellschaft mbH haben Insolvenzanträge gestellt. Die Verfahren werden am Amtsgericht Offenbach am Main geführt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter hat das Gericht den Rechtsanwalt Joachim Kühne von der Kanzlei CMS Hasche Sigle bestellt. Das Hotel befinde sich zurzeit im eingeschränkten Betrieb, sagte Kühne der F.A.Z. Geld für die Aufrechterhaltung der täglichen Arbeit sei zwar vorhanden, aber er könne nicht darauf zugreifen, sagte Kühne der F.A.Z. Gäste würden in andere Hotels umquartiert.Zur schwierigen Lage des Hotels, in dem es vor wenigen Tagen einen Wasserschaden gegeben haben soll, haben verschiedene Umstände geführt. Das Haus vor den Toren Frankfurts, das als „Hilton Frankfurt Gravenbruch“ vermarktet wird, war von 1976 bis 2024 ein Kempinski-Hotel. Seit Herbst 2024 wird es unter der Marke Hilton geführt. In der Zwischenzeit hatte der Eigentümer gewechselt, eine britisch-persische Unternehmerfamilie habe 2014 das weitläufige Anwesen übernommen, hieß es damals.Die Immobilie gehört, wie vor Monaten die „Financial Times“ und Bloomberg berichteten, dem iranischen Bauunternehmer und Bankier Ali Ansari. Die amerikanische Regierung wirft ihm vor, ein „Schlüsselfinanzier“ des iranischen Regimes und der Islamischen Revolutionsgarde zu sein. Ansari und seine Firmen stehen inzwischen auf der Sanktionsliste der amerikanischen Regierung wie auch der Europäischen Union; Großbritannien hatte Ansari zuvor schon mit Sanktionen belegt.Alle Mittel eingefrorenBereits im Juli hatte Bloomberg News berichtet, Hilton Worldwide Holdings bereite die Beendigung der Managementverträge für das Hilton Frankfurt Gravenbruch und das Hilton Frankfurt City Centre vor, das ebenfalls Ansari gehört. Schon ab Februar waren die Hotels nicht auf der Reservierungsplattform Booking.com buchbar. Stellungnahmen dazu wie zu der Lage des Hotels hatte ein Hilton-Sprecher trotz mehrfacher Nachfragen abgelehnt; zuletzt kündigte der Konzern an, sich wie von der amerikanischen Regierung gewünscht von den Häusern zurückzuziehen.Die Verantwortung für die Hotelanlage war und ist verschachtelt. Operative Betreiber waren die Ansari zugerechnete Allsco GmbH und die Allsco Gravenbruch Hotelbetriebs GmbH. Allsco ist der Arbeitgeber, der Hilton-Konzern lässt das Haus über einen Managementvertrag unter der Marke „Hilton Hotels&Resorts“ führen. Auf der Internetseite des Konzerns war das Haus in Gravenbruch am Freitag als „ausgebucht“ aufgeführt. Über die Hintergründe der Insolvenzmeldungen ist noch nichts bekannt.Von der aktuellen Entwicklung sind nach Worten des Insolvenzverwalters mehr als 140 Mitarbeiter betroffen, darunter auch Auszubildende. Wegen der Sanktionen, die auch die Mittel der insolvent gemeldeten Gesellschaften betreffen, die dadurch eingefroren sind, stellen sich nach Worten Joachim Kühnes Probleme. „Wir haben Geld auf den Konten, wir haben einen Hotelbetrieb, den wir grundsätzlich fortführen wollen, und wir haben mehr als 140 Menschen, die hier arbeiten wollen. Aber wir können selbst notwendige laufende Ausgaben derzeit nicht rechtssicher bezahlen.“Er dürfe nicht im notwendigen Umfang auf vorhandene Mittel zugreifen, obwohl sie für die Mitarbeiter, Lieferanten und den laufenden Hotelbetrieb benötigt würden, sagte Kühne am Freitag. Die Sanktionen sollten verhindern, dass eine sanktionierte Person über Unternehmen auf Geld oder andere wirtschaftliche Ressourcen zugreifen könne. Diese Gefahr bestehe seiner Auffassung nach bei den beiden Allsco-Gesellschaften nicht mehr.„Wir kennen und befolgen selbstverständlich das geltende Sanktionsrecht“, sagte Kühne. „Aber wir halten das Ergebnis in diesem konkreten Verfahren, die Gelder nicht freizugeben, für kaum nachvollziehbar.“ Seine Kanzlei, CMS, habe bei den zuständigen Stellen Freigaben beantragt. Die Insolvenzverwaltung werde die laufenden Verfahren weiter mit Nachdruck betreiben. Gleichzeitig solle der eingeschränkte Betrieb die Substanz des Hotels so weit wie möglich sichern. Auch Möglichkeiten für eine Fortführung und eine Investorenlösung würden weiterverfolgt. „Wir geben das Hotel nicht auf“, sagte Kühne.
Hilton Frankfurt Gravenbruch: Insolvenz und Sanktionen
Der Besitzer steht auf Sanktionslisten, jetzt sind die Betreibergesellschaften insolvent. Das Hotel ist nach Worten des Insolvenzverwalters im Notbetrieb. Geld sei da, aber er dürfe es nicht ausgeben. Wie geht es mit der Immobilie weiter?






