Nach dem Drohnenvorfall in Leipzig lässt die Regierung offen, ob Russland dahinter steckt. Sie liefert aber ein Argument für ihre Geheimdienstreform.
Es sind fünf Männer, die derzeit im litauischen Vilnius vor Gericht stehen, ein Litauer, zwei Ukrainer, zwei Russen, 23 bis 69 Jahre alt. Der Vorwurf: Sie sollen am 19. Juli 2024 in Litauen vier Pakete mit Sprengsätzen und Zeitzündern verschickt haben. Eines davon explodierte in einem LKW in Polen, eines in einem DHL-Lagerhaus in Birmingham. Und eines explodierte auf dem Flughafen Leipzig kurz vor seiner Verladung in ein Flugzeug und setzte einen Frachtcontainer in Brand. Es war die erste Katastrophe, der der Flughafen knapp entging.
Eine europäische Ermittlergruppe hatte die fünf Männer und weitere Tatverdächtige danach aufgespürt, koordiniert von der EU-Agentur Eurojust, auch das deutsche BKA war dabei. Sie waren sich sicher: Der russische Militärgeheimdienst stiftete die Beschuldigten an. So steht es auch in der Anklage des Prozesses in Vilnius. Der Vorwurf dort: Terror.
Die zweite Beinahekatastrophe geschah vor wenigen Tagen am Flughafen Leipzig – als dort eine mit Sprengstoff bestückte Drohne auftauchte, die auf ein ukrainisches Frachtflugzeug geprallt sein soll. Nur durch einen defekten Zünder explodierte sie nicht. Ein Busfahrer entdeckte die Drohne und soll sie mit dem Fuß am Boden gehalten haben. Zudem kollidierte ein DHL-Frachtflugzeug mit einem Gegenstand, wohl einer zweiten Drohne. Geprüft werden derzeit zudem Zeugenaussagen, wonach es in einem Dorf neben dem Flughafen eine Explosion gegeben habe.








