Die iranische Malerin Aynaz Najafi wird im Kunstverein Ruhr ausgestellt. Sie spricht über die Entwicklung ihrer Bildsprache und die Bedrohung im Exil.

Aynaz Najafi neben ihrem Gemälde „Teheran Femmes II“, 2026, Gouache und Collage auf handgeschöpftem Papier

Arthur Heger

taz: Frau Najafi, einige Ihrer Bilder werden momentan im Kunstverein Ruhr in Essen gezeigt. Der Titel der Gruppenausstellung im Kunstverein Ruhr heißt „Summer of a Revolution“. Wie blicken Sie auf diesen Titel angesichts der Situation in Iran?

Aynaz Najafi: Es ist ein starker Titel – er macht denjenigen Mut, die für einen Regimewechsel in Iran kämpfen. Gleichzeitig stimmt er angesichts der zerschlagenen Januarrevolution traurig. Auch der anschließende Krieg weckte Erwartungen, die erneut enttäuscht wurden. Bezogen auf die Situation in Iran ist der Titel ambivalent. Er steht sowohl für Hoffnung als auch für Enttäuschung.