Kaia Gerber und Homer Gere spielen zusammen in der Serie «The Shards» – und haben es aufs Cover der amerikanischen «Vogue» geschafft. Disney+ Mit Kaia Gerber und Homer Gere auf dem Cover sorgt die Septemberausgabe der amerikanischen «Vogue» gerade für Aufruhr in der Mode-Bubble. Warum das so ist und was das eigentliche Problem daran ist.Worüber sich die Online-Mode-Bubble gerade das Maul zerreisst? Das Cover der Septemberausgabe der amerikanischen «Vogue». Dass diese die wichtigste des ganzen Jahres ist, wissen dank Filmen wie «The September Issue» (2009) und «The Devil Wears Prada» (2006 und 2026) mittlerweile auch Fachfremde. Die diesjährige Ausgabe wurde zudem besonders kritisch beäugt, weil sie die erste unter der neuen Chefredaktorin Chloe Malle ist, welche Anna Wintour nach 38 Jahren in dieser Position ablöste – auch wenn diese als Global Chief Content Officer natürlich weiterhin mitspricht.Kritik auf mehreren EbenenDie Begeisterung hält sich, vorsichtig ausgedrückt, in Grenzen. «Oh God, we need Anna back», «God, this is depressing», «With all due respect, this is a catastrophe», «‹Vogue› gave up»; so der Tenor. Dem Publikum fehlt es an Originalität. An Zeitgeist. An Bedeutsamkeit. «Wie ein Katalogshooting», so beschreiben es viele. Und ja, harmloser geht es kaum.Das Cover zeigt ein vergnügt dahinschreitendes Pärchen vor grauem Studiohintergrund, deutlich mit Filtern glatt gebügelt, in Designerklamotten, deren Looks aber nicht so recht zusammenpassen mögen, auch wenn sie beide von Chanel sind: Sie schillert, er wirkt wie ein braver College-Student.«Nepo-Baby»-Alarm!Wem zumindest die Frau bekannt vorkommt, der hat recht: Es ist das Model Kaia Gerber, die Tochter der Nineties-Model-Ikone Cindy Crawford. Auch der junge Mann neben ihr hat einen bekannten Papa: Homer Gere ist der Sprössling von Richard Gere, Beau aus der gleichen Dekade. Natürlich sorgt auch das für Diskussionen. «Nepo-Babys» nennt man die Nachkommenschaft von Prominenten, welche auf der Berühmtheit ihrer Eltern eine Karriere aufbauen.Mit diesem Cover wollen sie diese auch pushen: Kaia Gerber und Homer Gere sind beide Darsteller in der neuen TV-Serie «The Shards», die in den 1980er Jahren spielt. Es hilft auch nicht, dass die «Vogue»-Chefredaktorin Chloe Malle selbst als Nepotismus-Profiteurin gilt: Sie ist als Tochter der bekannten amerikanischen Schauspielerin Candice Bergen und des berühmten französischen Filmregisseurs Louis Malle bestens vernetzt. Bezeichnet sich selbst stolz als «Nepo-Baby»: Die Chefredaktorin der amerikanischen «Vogue» Chloe Malle, hier bei der Fashion Week in Paris. Getty Images Streben nach NeuemEbenso wenig gelungen ist in diesem Kontext die Headline «Just Kids. Kaia and Homer, Making Their Own Way». Auch ohne dass man die Anspielung auf die bekannten Patti-Smith-Aufsteiger-Memoiren versteht, wirkt dies angesichts der Umstände unfreiwillig komisch. Umso mehr, als die «Vogue» selbst wenige Tage zuvor das gemeinsame Cover von 1992 der viel berühmteren Eltern von Kaia und Homer postete. Und dieses, obwohl 34 Jahre alt, tatsächlich zeitgemässer und vor allem cooler wirkt als das aktuelle.Das wirkliche Problem ist aber ein ganz anderes. Daran, dass sich die Mode beständig wiederholt, was eigentlich ihrem Grundauftrag widerspricht, haben wir uns bereits gewöhnt. Dass wir nun aber auch noch jene, die sie präsentieren, kopieren, klonen oder wie auch immer man es nennen mag, wenn ein Model so aussieht wie seine Mutter und auch so zurechtgemacht wird, ist bitter. Reicht es nicht aus, dass die KI aus der Vergangenheit nur auf den ersten Blick Frisches zusammenrührt? Fällt dem wichtigsten Sprachrohr der Branche wirklich gar nichts Neues mehr ein? Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.
Bitte nach vorne schauen: Warum das neue «Vogue»-Cover für Aufruhr sorgt
Warum das Cover der Septemberausgabe der amerikanischen «Vogue» gerade für Aufruhr in der Mode-Bubble sorgt. Und was das grösste Problem daran ist.










