Die Renten-Fachfrau der SPD-Bundestagsfraktion, Annika Klose, schlägt für die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Frührente eine Übergangsfrist von fünf Jahren vor. Die Rentenkommission habe empfohlen, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren unter Wahrung des verfassungsgemäßen Vertrauensschutzes abzuschaffen.

»In Rentenfragen bedeutete dies in der Regel fünf Jahre«, sagte Klose, den Zeitungen, die zur Funke-Mediengruppe gehören. »Eine entsprechend lange Übergangsfrist wäre auch hier geboten.« Kloses Wort hat nicht nur deshalb Gewicht, weil sie selbst Mitglied der Rentenkommission war. Sie gilt zudem als Vertreterin des linken SPD-Flügels in der Bundestagsfraktion.Ende der Frührente bislang offenDie Abschaffung der abschlagsfreien Frührente für »besonders langjährig Versicherte« – für die sich der Begriff »Rente mit 63« eingebürgert hat, auch wenn nach dieser Regelung ein Renteneintritt aktuell erst nach 64,5 Jahren möglich ist – ist einer der Eckpunkte des Reform-Konzepts der Rentenkommission. Die Regelung steht in der Kritik, weil sie wenig zielgenau ist: Aktuell nehmen sie überdurchschnittlich viele Besserverdiener in Anspruch.

Die Rentenkommission hatte allerdings keinen genauen Fahrplan für die Abschaffung vorgeschlagen. In ihrem Bericht heißt es eher allgemein, die Regelung solle »zum nächstmöglichen Zeitpunkt« abgeschafft werden.Klose sagte überdies, dass auch bereits abgeschlossene Altersteilzeitverträge berücksichtigt werden müssten, denn diese hätten Laufzeiten von bis zu zehn Jahren. »Entsprechend ist eine Ausgestaltung mit langen Übergangsfristen sinnvoll und geboten.«