Rund um Berlin blockierten Traktoren im Januar den Autobahnring, bis nach Brüssel rollten Protestkonvois: Gegen das Mercosur-Abkommen gingen auch deutsche Bauern massiv auf die Straße. Im Mai hat die Europäische Union ihren Markt im Zuge des Mercosur-Abkommens für südamerikanisches Rindfleisch geöffnet. Ab dem 3. September dürfen Lieferungen aus Brasilien nun vorerst nicht mehr in die EU gelangen.Der Grund sind neue Vorgaben für den Einsatz bestimmter antimikrobieller Mittel bei Tieren. Sie gelten laut Kommission ab dem 3. September 2026. Drittstaaten müssen dann nachweisen, dass Tiere, deren Fleisch in die EU gelangt, nicht mit antimikrobiellen Mitteln zur Wachstumsförderung behandelt wurden und auch keine Mittel erhielten, die in der EU für bestimmte Behandlungen beim Menschen reserviert sind.

Brasilien muss Einhaltung über gesamte Lebensdauer nachweisen

Nach Angaben der EU-Kommissionssprecherin reicht es nicht, lediglich beim Schlachttier zu kontrollieren, ob die Vorschriften eingehalten wurden. Brasilien müsse gewährleisten können, dass die Anforderungen während der gesamten Lebensdauer der Tiere erfüllt wurden.

Wann Brasilien auf die EU-Liste aufgenommen werden kann, sei noch offen. Entscheidend sei zum einen, wie schnell das Land notwendige Maßnahmen umsetzt. Dazu könnten nach Angaben der Kommission etwa Gesetzesänderungen oder zusätzliche Kontrollen gehören. Zum anderen spielten die Produktionszyklen der Tiere eine Rolle.