Man kann es sich nicht ausdenken. Die EU verhandelt, begleitet von heftigen Bauernprotesten, ein Vierteljahrhundert mit Brasilien und den anderen Mercosur-Staaten über ein Handelsabkommen. Im Mai tritt das Abkommen dann endlich in Kraft. Und noch im selben Monat verhängt die EU ein Einfuhrverbot für brasilianisches Fleisch. Das ist eine „Bombe“. Da haben die Brasilianer recht.Die Europäische Kommission argumentiert, dass sie nur geltendes Recht umsetzt. Brasilien muss nachweisen, dass es in der landwirtschaftlichen Produktion keine Antibiotika-Resistenzen fördert. Das gilt für alle anderen Drittstaaten genauso. Eine Ausnahme wäre schwer zu rechtfertigen.Das Timing wirft dennoch Fragen auf. Zudem hätte Brüssel die offenbar von dem Beschluss überraschten Brasilianer früher einbinden müssen. Dann hätten beide Seiten frühzeitig eine Lösung suchen können, wie es sich für Partner gehört. Oder wollte Brüssel mit dem Importverbot unbedingt Punkte bei den Freihandelskritikern sammeln? Was bleibt, ist wieder einmal der Eindruck, dass die EU kein zuverlässiger Handelspartner ist.
Importverbot trotz Mercosur-Vertrag: EU-Vorgehen weckt Zweifel
Mercosur-Vertrag hin oder her: Die Kommission untersagt die Einfuhr von Fleisch aus Brasilien. So stärkt sie die Zweifel daran, dass Europa ein zuverlässiger Handelspartner ist.








