Die beiden Kinder von Christina Block wurden laut einer Jugendpsychiaterin bei ihrer Entführung in der Silvesternacht 2023 massiv traumatisiert. Wie das Landgericht Hamburg am Donnerstag mitteilte, kam die Sachverständige im Prozess gegen die Unternehmerin zu dem Ergebnis, dass die Kinder jeweils „durch das Erleben ihrer eigenen Entführung, das Erleben der Entführung ihres Geschwisterkindes und das Erleben des Angriffs auf den Vater mit für sie unklarem Ausgang“ einer „massiven Traumatisierung“ ausgesetzt gewesen seien. Die Folgen dauern demnach bis heute an.Die Jugendpsychiaterin hatte ihr Gutachten an den vier vergangenen Verhandlungstagen vorgetragen. Zum Schutz der beiden Kinder, die bei der Entführung zehn und 13 Jahre alt waren, war die Öffentlichkeit für die Dauer ihrer Aussagen von dem seit mehr als einem Jahr laufenden Prozess ausgeschlossen.Am Donnerstagmorgen: Die Kinder- und Jugendpsychiaterin Mareike Schüler-Springorum kommt ins Gericht.dpaDas Landgericht Hamburg veröffentlichte nur wenige weitere Details zum Gutachten der Psychiaterin. Demnach stützte sie ihr Gutachten auf medizinische, psychologische und schulische Unterlagen und sprach mit beiden Kindern persönlich. Nach ihrer Aussage konnten die Verfahrensbeteiligten Fragen an die Gutachterin stellen und teils Stellungnahmen zu dem Gutachten abgeben. Weitere Stellungnahmen will die Kammer am nächsten Prozesstag an diesem Freitag entgegennehmen, danach soll der Prozess öffentlich fortgesetzt werden.Kinder wurden gefesselt und geknebeltChristina Block und sechs weitere Angeklagte, darunter ihr Lebensgefährte, der frühere Sportmoderator Gerhard Delling, stehen seit Juli 2025 wegen der Entführung der beiden Kinder vor Gericht. Block soll eine israelische Cybersicherheitsfirma beauftragt haben, die Kinder nach einem jahrelangen Sorgerechtsstreit der Obhut ihres Vaters Stephan Hensel zu entreißen. Die Tochter des Hamburger Steakhouse-Unternehmers Eugen Block bestreitet die Vorwürfe: Die Mitarbeiter der Firma hätten eigenständig und ohne ihr Wissen gehandelt.Die Kinder lebten zum Zeitpunkt ihrer Entführung beim Vater in Dänemark. In der Silvesternacht 2023 standen sie neben ihrem Vater am Hafen ihres Wohnorts, um das Feuerwerk zu beobachten. Mehrere maskierte Männer zerrten sie in ein Auto, der Vater wurde festgehalten und geschlagen. Über die dänische Grenze mussten die Kinder gefesselt und geknebelt zu Fuß durch einen Wald gehen. Mit einem Wohnmobil brachten die Entführer die Kinder dann auf einen Hof bei Pforzheim, wo Christina Block am nächsten Tag eintraf.Block fuhr mit den Kindern anschließend zurück nach Hamburg. Wenige Tage später entschied ein Gericht, dass die Kinder zurück zum Vater gebracht werden müssen. Ein Angeklagter und mehrere Zeugen hatten das Tatgeschehen zumindest in Teilen vor Gericht zugegeben.
Christina Blocks Kinder laut Psychiaterin durch Entführung massiv traumatisiert
Gefesselt und geknebelt mit maskierten Männern im Wald: Eine Psychiaterin spricht im Block-Prozess über die Folgen der Entführung für die beiden Kinder in der Silvesternacht 2023 – die bis heute andauern.









