PfadnavigationHomeRegionalesHamburgBlock-ProzessGutachterin sieht bei den Block-Kindern eine „massive Traumatisierung“Stand: 17:17 UhrLesedauer: 3 MinutenDie Angeklagte Christina Block am Donnerstag auf dem Weg in den ProzesssaalQuelle: Marcus Brandt/dpaVier Verhandlungstage lang hat eine Kinder- und Jugendpsychiaterin im Block-Prozess die Folgen der Silvesternacht 2023/24 für die betroffenen Kinder analysiert. Über den Inhalt des nicht öffentlichen Verhandlungsteils gab es nun Informationen.Im Strafprozess gegen die Unternehmerin Christina Block und sechs Mitangeklagte hat die vom Gericht beauftragte Kinder- und Jugendpsychiaterin ihr Gutachten zu den Folgen der Entführung der beiden Kinder an Silvester 2023/24 abgeschlossen. Nach Angaben der Gerichtspressestelle kam die Sachverständige Mareike Schüler-Springorum zu dem Ergebnis, dass die Kinder durch die Ereignisse einer „massiven Traumatisierung“ ausgesetzt gewesen seien, deren Folgen bis heute andauerten.Die Ausführungen der Sachverständigen fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das Landgericht hatte die Verhandlung für diesen Abschnitt geschlossen, um die schutzwürdigen Interessen der inzwischen jugendlichen Betroffenen zu wahren. Die Angaben zum Inhalt des Gutachtens stammen ausschließlich von der Gerichtspressestelle.Lesen Sie auchWie deren Leiterin, die Richterin am Oberlandesgericht Marayke Frantzen, mitteilte, sieht die Sachverständige die Kinder sowohl durch das Erleben ihrer eigenen Entführung als auch durch das Miterleben der Entführung ihres Geschwisterkindes und eines Angriffs auf ihren Vater „mit für sie unklarem Ausgang“ schwer belastet. Diese Erlebnisse hätten zu einer massiven Traumatisierung geführt, deren Auswirkungen bis heute fortbestünden.Für ihr Gutachten wertete die Expertin nach Angaben des Gerichts neben den Ermittlungs- und Verfahrensakten zahlreiche weitere Unterlagen aus, darunter medizinische, psychologische und schulische Dokumente. Zudem führte sie persönliche Gespräche mit den betroffenen Kindern. Die rechtliche Würdigung der Erkenntnisse bleibt der Kammer vorbehalten. Das Gericht betonte, die abschließende Bewertung der Begutachtung werde erst nach Abschluss der Beweisaufnahme in der Schlussberatung erfolgen.Im Verfahren steht die Tochter des Block-House-Gründers, Christina Block, im Mittelpunkt. Die Staatsanwaltschaft wirft der heute 53-Jährigen vor, im Zuge eines langjährigen Sorgerechtsstreits eine israelische Sicherheitsfirma beauftragt zu haben, ihre damals zehn und 13 Jahre alten Kinder vom Wohnort ihres Vaters in Dänemark nach Deutschland zu bringen. Block weist die Vorwürfe zurück. Neben ihr sind sechs weitere Angeklagte vor Gericht, darunter ihr Lebensgefährte, der frühere ARD-Sportmoderator Gerhard Delling. Ihm wird Beihilfe vorgeworfen. Lediglich ein 37 Jahre alter Angeklagter aus Israel hat die Tatvorwürfe eingeräumt.Gutachten kann Rolle bei Strafzumessung spielenSollte es zu Verurteilungen kommen, könnten die Folgen der Entführung für die Kinder bei der Strafzumessung eine Rolle spielen. Darauf hatte das Gericht bereits zu Beginn der Begutachtung hingewiesen. Am Freitag soll die Verhandlung nach Angaben des Gerichts zunächst weiterhin unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortgesetzt werden. Dann erhalten die Verfahrensbeteiligten Gelegenheit, Stellungnahmen zu den Ausführungen der Sachverständigen abzugeben. Nicht alle Beteiligten hätten dies bereits am Donnerstag getan, teilte die Gerichtspressestelle mit. Anschließend soll die Öffentlichkeit wiederhergestellt werden. Wann dies konkret der Fall sein wird, könne derzeit jedoch nicht prognostiziert werden. Danach sollen die Beteiligten die Möglichkeit erhalten, weitere Anträge zu stellen.jlau
Block-Prozess: Gutachterin sieht bei den Block-Kindern eine „massive Traumatisierung“ - WELT
Vier Verhandlungstage lang hat eine Kinder- und Jugendpsychiaterin im Block-Prozess die Folgen der Silvesternacht 2023/24 für die betroffenen Kinder analysiert. Über den Inhalt des nicht öffentlichen Verhandlungsteils gab es nun Informationen.









