Niedrigwasser : Blindgänger im Rhein: Nichts bewegen oder berühren13.08.2026, 15:36Lesezeit: 2 Min.Jahrzehntelang lagen sie unberührt auf dem Grund von Flüssen, jetzt kommen Munition und Bomben durch das Niedrigwasser zum Vorschein. Das kann gefährlich werden.Durch das extreme Niedrigwasser tauchen an Flüssen wie dem Rhein aktuell vermehrt Kampfmittel auf. So hat erst in der Nacht zum Mittwoch ein Spaziergänger am Rheinufer bei Trebur eine rauchende Phosphorgranate aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Das aktuelle Niedrigwasser am Fluss hatte die Granate freigelegt, als er mit Luft in Berührung kam, reagierte der Phosphor mit dem Sauerstoff, und es stieg Qualm auf. Was bedeuten solche Funde für Anwohner und Spaziergänger? So schätzt der Kampfmittelräumdienst in Rheinland-Pfalz und Hessen die besondere Situation ein:Was wird alles gefunden?Das Niedrigwasser bringt allerlei Funde auf dem Grund des Rheins zum Vorschein. Zwischen Müll und Schrott tauchen immer wieder auch Kampfmittel wie Munition und Bomben auf. Diese reichen von kleineren Granaten bis zu Kilogramm schweren Weltkriegsbomben. Außer der rauchenden Phosphorgranate bei Trebur wurde in Koblenz eine Bazooka-Rakete entdeckt.Wie viel schlummert noch im Rhein?Darüber lässt sich den Behörden nach nur spekulieren. Gewässer wie der Rhein seien bei Kriegsende teilweise zur Entsorgung von Munition genutzt worden, eine genaue Anzahl könne jedoch nicht genannt werden, erklärt der Kampfmittelräumdienst in Hessen.Wie groß ist die Gefahr?„Durch den jahrzehntelangen Einfluss der Witterung auf die Munition ist sie unberechenbar“, warnt Alexander Majunke, Leiter des Kampfmittelräumdienstes des Landes Hessen. Jede äußere Veränderung durch Temperatur und Wasser erhöhe die Gefahr. Trotzdem sei eine plötzliche Explosion von Kampfmitteln aus dem Nichts eher unwahrscheinlich.Wie soll ich mich bei einem Fund verhalten?„Verdächtige Gegenstände niemals bewegen, berühren oder aufheben“, appelliert Majunke. Stattdessen sollten ein großer Abstand eingehalten und Polizei, Ordnungsamt oder Kampfmittelräumdienst verständigt werden.Jeder gemeldete Fund würde ernst genommen und untersucht, um alle Gefahren zu beseitigen, versichert der Kampfmittelräumdienst in Rheinland-Pfalz. Wenn sich ein Verdacht bestätigt, würden in Absprache mit Kommunen und Polizei weitere Maßnahmen zur Evakuierung und Entschärfung eingeleitet.
Niedrigwasser im Rhein legt Weltkriegsbomben frei: So gefährlich sind sie
Jahrzehntelang lagen sie unberührt auf dem Grund von Flüssen, jetzt kommen Munition und Bomben durch das Niedrigwasser zum Vorschein. Das kann gefährlich werden.













