Auf seinen Spezialgebieten Eishockey, Tennis und Sportpolitik war Daniel Germann eine journalistische Instanz. Noch mehr bleibt in Erinnerung, wie er Verbindungen zu Menschen schaffen konnte, die von tiefem gegenseitigem Respekt geprägt waren.13.08.2026, 15.41 Uhr3 LeseminutenDaniel Germann schrieb, solange es ihm möglich war.PDBereits gezeichnet von seiner schweren Erkrankung, ging Daniel Germann bis vor wenigen Monaten mit unverminderter Leidenschaft der Passion seines Lebens nach: dem Sportjournalismus. Den langjährigen Redaktor der «Neuen Zürcher Zeitung» zeichnete während Jahrzehnten der Anspruch aus, sich in der Berichterstattung nicht auf Sieg und Niederlage zu beschränken. Er begriff den Sport als Bühne, auf der sich Gesellschafts- und Machtpolitik im Kleinen nachzeichnen liess.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Germann war bekannt dafür, bleibende Verbindungen zu Menschen aufzubauen, die von einem tiefen gegenseitigen Respekt geprägt waren. «Jeder Kontakt, den ich mit dir haben durfte, war speziell», sagte vor wenigen Tagen der ehemalige Schweizer Eishockey-Nationaltrainer Ralph Krueger. Der Coach hatte Germann eine Laudatio per Video aus Kanada geschickt, und er äusserte sich stellvertretend für viele Funktionäre, Trainer, Athleten sowie Kollegen, die Ähnliches erlebt hatten. «Du hast einen Raum, den du betreten hast, immer reicher gemacht», so Krueger. Als Journalist sei Germann stets korrekt gewesen, fair und intelligent.Nach einer Lehre als Chemielaborant stieg Germann 21-jährig als Volontär bei der Agentur Sportinformation in den Journalismus ein. Es folgten Stationen beim Magazin «Sport», beim «Tages-Anzeiger» und beim «Bund», bevor Germann im Herbst 2009 ins Sportressort der «Neuen Zürcher Zeitung» wechselte. Dort reifte er auf seinen Spezialgebieten Eishockey, Tennis und Sportpolitik zur Instanz.Ende 2002 wurde Germanns Intention, fair mit Personen umzugehen, die er gut kannte, gleichzeitig aber journalistisch korrekt zu handeln, auf eine harte Probe gestellt. Das Berufsethos siegte: In einer Artikelserie wies der Journalist dem damaligen Präsidenten des Schweizer Eishockeyverbandes nach, sich an Provisionen bereichert zu haben. Als Einziger suchte und fand Germann Beweise für kursierende Gerüchte. Für die investigative Arbeit, die zum Rücktritt des Präsidenten führte, erhielt Germann den Zürcher Journalistenpreis. In der Laudatio hiess es: «Daniel Germann hat bewiesen, dass man, trotz Nähe zu einem Verbandspräsidenten, Distanz halten, und somit gezeigt, dass man auch im Sportjournalismus durchaus kritisch bleiben kann.»Längst ist die kritische Grundhaltung auch im Sportjournalismus zur essenziellen Berufsvoraussetzung geworden. Germann trug mit dazu bei, sie bei der NZZ zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen.Der Journalist verfasste mehrere Bücher, zuletzt 2010 eines an der Schnittstelle zur Wirtschaft: «Milliardenbusiness Sport: Wer kassiert – wer verliert.»Als Fachmann für Tennis war Germann einer der führenden journalistischen Begleiter des Schweizer Jahrhundertsportlers Roger Federer. Seine regelmässige Präsenz an den grossen Turnieren trug mit dazu bei, dass aus dem Berner Oberländer ein Weltmann wurde, der sich in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York gleichermassen wohlfühlen konnte. Am liebsten kehrte er dennoch stets in seinen geliebten Wohnort Faulensee am Thunersee zurück, von wo es ihn in die nahen Berge zog, zum Skifahren oder Mountainbiken.Federers Rücktrittsankündigung im Herbst 2022 fiel zeitlich exakt mit Germanns erstmaliger Diagnose zusammen, an einem Hirntumor zu leiden. Bis zuletzt stemmte er sich mit Optimismus und Tatendrang gegen die Krankheit. Es half ihm, so lange am Schreiben festzuhalten, wie es ihm möglich war.Der 62-Jährige ist am Mittwochvormittag in einem Pflegeheim in Oberdiessbach friedlich eingeschlafen. Noch am Vortag hatten ihn frühere Kolleginnen und Kollegen dort besucht. Er hinterlässt seine Frau und ihre zwei Kinder.Passend zum Artikel
Trauer um geschätzten Kollegen: Langjähriger NZZ-Sportredaktor Daniel Germann verstorben
Auf seinen Spezialgebieten Eishockey, Tennis und Sportpolitik war Daniel Germann eine journalistische Instanz. Noch mehr bleibt in Erinnerung, wie er Verbindungen zu Menschen schaffen konnte, die von tiefem gegenseitigem Respekt geprägt waren.







