PfadnavigationHomeWissenschaftArchäologieWie ein Schiffsrumpf aus dem Mittelalter in eine Kellerdecke kamStand: 15:08 UhrLesedauer: 2 MinutenEine Kellerdecke in einem Haus in Konstanz entpuppte sich als Glücksfall für ArchäologenQuelle: Landesamt für DenkmalpflegeZuerst sahen die Archäologen nur Holzbohlen. Dann offenbarte eine Kellerdecke in Konstanz einen ganzen Schiffsrumpf aus dem Mittelalter. Forscher messen dem Fund aus mehreren Gründen eine besondere Bedeutung bei.Glücksfall für Archäologen: Bei der bauhistorischen Untersuchung eines Kellers in Konstanz ist ein fast vollständig erhaltener mittelalterlicher Schiffsrumpf gefunden worden. Die Schiffsteile seien als Decke in die Bausubstanz aus dem Jahr 1244 eingebaut worden, gab das Regierungspräsidium Stuttgart am Mittwoch bekannt.Die Entdeckung liefere neue Erkenntnisse zur mittelalterlichen Schiffbautechnik. Sie sei „von besonderer Bedeutung für die Schiffsarchäologie des Bodenseeraums“, sagte Aline Kottmann, Referentin für Mittelalterarchäologie am Landesamt. Das liege vor allem am außergewöhnlich guten Erhaltungszustand des Rumpfes.Die Konstanzer Kellerdecke in der Konradigasse überspanne eine Fläche von mehr als 25 Quadratmetern und bestehe aus mindestens 19 Bohlen. Diese hätten durch charakteristische Holznägel, Nagelreihen und typische Plankenformen als Teile eines mittelalterlichen Schiffes identifiziert werden können.Lesen Sie auchZunächst sei nur klar gewesen, dass die in der Kellerdecke gefundenen Bohlen – also Holzplanken – wiederverwendet worden waren. „Dass sie ursprünglich Teil eines Schiffes waren, war die Überraschung schlechthin“, betonte Kottmann. Zwar sei es bekannt, dass ausgediente Schiffe im Mittelalter als Bauholz wiederverwendet wurden, trotzdem messen die Archäologen dem Fund in Konstanz eine besondere Bedeutung bei.„Hier wurden nicht nur einzelne Fragmente, sondern ein fast vollständig zusammenhängender Schiffsrumpf verbaut“, berichtet Alexandra Ulisch, Mitarbeiterin im Projekt „Wracks und Tiefsee“.Erste Analysen deuteten darauf hin, dass es sich um Überreste eines flachbodigen Lastsegelschiffes handelt, vergleichbar mit anderen Funden aus dem Bodenseeraum, so die Experten. „Sollten sich tatsächlich Teile der Seitenbeplankung erhalten haben, wären neue Erkenntnisse zur Konstruktion mittelalterlicher Schiffe und zur Gestaltung des Übergangs zwischen Boden- und Seitenplanken möglich“, berichtet Ulisch.Besonders sei auch der außergewöhnliche Erhaltungszustand: „Während die ohnehin wenigen mittelalterlichen Wracks des Bodensees unter Wasser liegen und nur unter erheblichem Aufwand untersucht werden können, sind die Hölzer der Konradigasse in einer deutlich zugänglicheren Umgebung erhalten“, so Kottmann.rc mit KNA
Archäologie: „Überraschung schlechthin“ – wie ein Schiffsrumpf aus dem Mittelalter in eine Kellerdecke kam - WELT
Zuerst sahen die Archäologen nur Holzbohlen. Dann offenbarte eine Kellerdecke in Konstanz einen ganzen Schiffsrumpf aus dem Mittelalter. Forscher messen dem Fund aus mehreren Gründen eine besondere Bedeutung bei.







