Lenovo hat am Donnerstag einen deutlichen Sprung des Kurses seiner Aktie verzeichnet. Nachdem der sino-amerikanische Hersteller von Computern und einer breiten Palette an Informationstechnik die Ergebnisse des vergangenen Quartals vorgelegt hatte, stieg der Aktienkurs an der Börse von Hongkong um mehr als 22 Prozent. Die Aktie notierte zum Börsenschluss mit 35,46 Hongkongdollar (3,92 Euro). Das ist ein Rekordhoch. Im Jahresverlauf hat der Preis je Anteilsschein sich verdreifacht. Das gibt Lenovo einen Marktwert von 432 Milliarden Dollar.Grund für die gestiegene Nachfrage seitens der Anleger waren vor allem die überraschend guten Zahlen für das im Sommer begonnene erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres des Konzerns. Darüber hinaus zeigte der Vorstand um den Vorsitzenden Yuanqing Yang sich zuversichtlich, auch in den kommenden Quartalen über den Ergebnissen des Vorjahres liegen zu können. Marktteilnehmer sehen in einstmals klassischen PC-Herstellern wie Lenovo, der amerikanischen Dell-Gruppe oder Asustek Computer aus Taiwan mittlerweile Anbieter von technischer Infrastruktur für Systeme der Künstlichen Intelligenz (KI).KI-Sparte verdoppelt den UmsatzDie Unternehmen liefern vor allem Rechentechnik und die dafür notwendige Infrastruktur. Dazu gehören das Vorhalten von Kapazitäten in Datenzentren sowie spezielle KI-Dienste. Lenovo ist mittlerweile in Sachen klassischer Netzwerkrechner die Nummer zwei in der Welt. Die Infrastruktursparte verbuchte mit einem Quartalserlös von 8,5 Milliarden Dollar eine Umsatzverdopplung im Vergleich zum Vorjahr. Sie erzielte einen Gewinn von 777 Millionen Dollar.Lenovo war 1984 von chinesischen Wissenschaftlern eines staatlichen Forschungsinstituts in Peking unter der Firmierung „Legend“ gegründet worden. Ihr Ziel: amerikanische Computertechnik in China verkaufen. Zehn Jahre später firmierten sie zu Lenovo um und brachten die ersten Anteilsscheine an die Börse in Hongkong. 2005 kauften sie die PC-Sparte des amerikanischen Konzerns IBM und übernahmen auch dessen Regionalbüro in Morrisville in North Carolina, das bis heute mit Peking Doppelsitz der Konzernzentrale ist.Ein Ende der derzeitigen Entwicklung ist nicht in Sicht. Im Bereich Künstliche Intelligenz hat Lenovo für spezielle KI-Großrechner Aufträge im Wert von insgesamt 54 Milliarden Dollar in den Büchern stehen. Das Geschäft mit klassischen Computern läuft nach den Worten von Vorstandschef Yang gut. Im Quartalsvergleich stieg der Umsatz um 30 Prozent auf 17 Milliarden Dollar. Im zurückliegenden Quartal erlöste Lenovo über alle Sparten hinweg 26,9 Milliarden amerikanische Dollar (23,4 Milliarden Euro). Der Gewinn wurde mit 1,1 Milliarden Dollar (953 Millionen Euro) ausgewiesen.