Der AfD-Politiker Maximilian Krah hat in der Vergangenheit wiederholt für Schlagzeilen gesorgt. So läuft gegen den Bundestagsabgeordneten der Ultrarechten ein Ermittlungsverfahren der Generalstaatsanwaltschaft Dresden wegen Bestechlichkeit und Geldwäsche im Zusammenhang mit chinesischen Zahlungen in seiner Zeit als Europaabgeordneter.Jetzt hat das Amtsgericht Chemnitz im Rechtsstreit mit dem Satiriker Jan Böhmermann juristische Prüfungen gegen Krah bestätigt. Eine Gerichtssprecherin sagte dem Tagesspiegel: „Es gibt einen Antrag auf den Erlass eines Haftbefehls.“ Dass ein Haftbefehl erlassen sei, könne sie nicht bestätigen. „Das Vollstreckungsverfahren ist ein nicht öffentliches Verfahren, sodass Auskünfte hierzu nicht erfolgen.“ Weil der Wahlkreis des Bundestagsabgeordneten in Chemnitz liegt, ist das dortige Amtsgericht zuständig.Zuvor hatte der „Spiegel“ über einen Haftbefehl gegen Krah berichtet. Auch dem Magazin hatte das Gericht weitere Auskünfte mit dem Hinweis darauf verweigert, es handele sich um ein nicht öffentliches Verfahren. Der „Zeit“ hatte Böhmermanns Anwalt Sebastian Gorski den Haftbefehl bestätigt. Die Wochenzeitung schreibt unter Berufung auf das Gericht, aktuell werde geprüft, ob die für eine Vollstreckung des Haftbefehls nötige Aufhebung von Krahs Immunität als Bundestagsabgeordneter beantragt werden soll. Krah nennt Böhmermann „einen Widerling“ Grund ist demnach ein Rechtsstreit zwischen dem AfD-Politiker und Jan Böhmermann. Krah war vergeblich gegen den Satiriker vorgegangen, weil dieser in seinem Podcast eine Zuschrift vorgelesen hatte, der zufolge der 49-Jährige auf dem Oktoberfest im Käfer-Zelt 200 Champagnerflaschen bestellt habe. Dem Gerichtsurteil zufolge argumentierte Krah, dies könnte sich auf sein Persönlichkeitsrecht auswirken. Der Entertainer und Satiriker Jan Böhmermann ist bei einem Auftritt zu sehen. © Imago/Christoph Hardt Das Landgericht Düsseldorf wies die Unterlassungsklage Krahs gegen Böhmermann aber zurück. Krah verlor das Verfahren unter anderem deshalb, weil Böhmermann kurz nach Erscheinen des Podcasts direkt ergänzt hatte, dass es sich um „rund 50“ Flaschen gehandelt habe.Doch der AfD-Mann zahlt die Prozesskosten offenbar nicht. Zunächst musste Böhmermann dem Bericht zufolge rund 5000 Euro mittels eines Vollstreckungsverfahrens eintreiben, aktuell sind demnach weitere 296,26 Euro offen.Wie es in dem Bericht weiter heißt, hatte eine Gerichtsvollzieherin Mitte Juli einen Termin zur Vermögensauskunft angesetzt, doch Krah erschien nicht.Böhmermanns Anwalt Sebastian Gorski sagte dem Magazin: „Deutschland ist ein Rechtsstaat, und es kann nicht sein, dass sich ein Bundestagsabgeordneter und Volljurist seinen gesetzlichen Verpflichtungen entzieht.“Krah teilte der dpa mit, er habe in dem Rechtsstreit mit Böhmermann bereits im Januar gezahlt und seinen Anwalt nun um Klärung gebeten. „Offenbar geht es um einen zusätzlichen Kleinbetrag an Kosten, den ich nun zahlen werde“, fügte er hinzu. Er halte Böhmermann für „einen Widerling“ und zahle daher nur nach Prüfung – „Rückforderung bleibt vorbehalten“. Von dem Termin mit der Gerichtsvollzieherin habe er „keine Kenntnis“ gehabt, sagte er dem „Spiegel“.Krah gewann bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Chemnitzer Umland – Erzgebirgskreis II ein Direktmandat. Er war zuvor von 2019 bis 2025 Mitglied des Europäischen Parlaments. 2024 war Krah Spitzenkandidat der AfD für die Europawahl. Nach umstrittenen Äußerungen zur SS musste er sich aus dem Wahlkampf zurückziehen.Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden leitete im Mai 2025 ein Verfahren wegen Geldzahlungen aus Peking gegen den gelernten Juristen ein, wobei sich die Tatvorwürfe auf Krahs frühere Mandatstätigkeit als Europaabgeordneter beziehen. Krah hat die Vorwürfe zurückgewiesen und als absurd und politisch motiviert bezeichnet. Es gilt die Unschuldsvermutung.Krahs langjähriger Mitarbeiter Jian G. wurde wegen Spionage für China angeklagt. Ende September 2025 wurde er zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Krah erklärte, von dessen Tätigkeit nichts gewusst zu haben.
Prozess mit Böhmermann: Amtsgericht Chemnitz bestätigt Antrag auf Erlass eines Haftbefehls gegen AfD-Politiker Krah
Der Bundestagsabgeordnete der Ultrarechten verlor ein Verfahren gegen den Satiriker. Die Kosten wollte er bisher nicht komplett tragen. Das hat nun womöglich Konsequenzen – die Krah abwenden will.












