Der AfD-Politiker Maximilian Krah hat in der Vergangenheit wiederholt für Schlagzeilen gesorgt. So läuft gegen den Bundestagsabgeordneten der Ultrarechten ein Ermittlungsverfahren der Generalstaatsanwaltschaft Dresden wegen Bestechlichkeit und Geldwäsche im Zusammenhang mit chinesischen Zahlungen.Jetzt soll das Amtsgericht Chemnitz einen Haftbefehl gegen Krah erlassen haben. Dies berichtet der „Spiegel“. Grund ist demnach ein Rechtsstreit zwischen dem AfD-Politiker und Jan Böhmermann. Krah war gegen den Satiriker vorgegangen, weil dieser in seinem Podcast eine Zuschrift vorgelesen hatte, der zufolge der 49-Jährige auf dem Oktoberfest im Käfer-Zelt 200 Champagnerflaschen bestellt habe.Dem Gerichtsurteil zufolge argumentierte Krah, dies könnte sich auf sein Persönlichkeitsrecht auswirken. Krah verlor das Verfahren unter anderem deshalb, weil Böhmermann kurz nach Erscheinen des Podcasts direkt ergänzt hatte, dass es sich um „rund 50“ Flaschen gehandelt habe. Krah nennt Böhmermann „einen Widerling“ Doch der AfD-Mann zahlt die Prozesskosten offenbar nicht. Zunächst musste Böhmermann dem Bericht zufolge rund 5000 Euro mittels eines Vollstreckungsverfahrens eintreiben, aktuell sind demnach weitere 296,26 Euro offen. Der Entertainer und Satiriker Jan Böhmermann ist bei einem Auftritt zu sehen. © Imago/Christoph Hardt Wie es in dem Bericht weiter heißt, hatte eine Gerichtsvollzieherin Mitte Juli einen Termin zur Vermögensauskunft angesetzt, doch Krah erschien nicht. Das Amtsgericht Chemnitz wollte sich dem Bericht zufolge nicht äußern, da es sich um ein nicht öffentliches Verfahren handle.Wie die „Zeit“ berichtete, bestätigte das Amtsgericht in Sachsen, dass ein Antrag auf Haftbefehl geprüft worden sei. Zum Ergebnis wollte sich das Gericht gegenüber dem Blatt ebenfalls nicht äußern.Böhmermanns Anwalt Sebastian Gorski sagte dem „Spiegel“: „Deutschland ist ein Rechtsstaat, und es kann nicht sein, dass sich ein Bundestagsabgeordneter und Volljurist seinen gesetzlichen Verpflichtungen entzieht.“Krah sagte dem Bericht zufolge auf Anfrage, er sei überrascht, dass „ständig Forderungen nachgeschoben“ würden, sein Anwalt würde sie prüfen. Böhmermann halte er für „einen Widerling“, da zahle er „nur widerwillig“. Vom Termin mit der Gerichtsvollzieherin habe er „keine Kenntnis“ gehabt.Krah gewann bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Chemnitzer Umland – Erzgebirgskreis II ein Direktmandat. Er war zuvor von 2019 bis 2025 Mitglied des Europäischen Parlaments. 2024 war Krah Spitzenkandidat der AfD für die Europawahl. Nach umstrittenen Äußerungen zur SS musste er sich aus dem Wahlkampf zurückziehen.Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden leitete im Mai 2025 ein Verfahren wegen Geldzahlungen aus Peking gegen den gelernten Juristen ein, wobei sich die Tatvorwürfe auf Krahs frühere Mandatstätigkeit als Europaabgeordneter beziehen. Krah hat die Vorwürfe zurückgewiesen und als absurd und politisch motiviert bezeichnet. Es gilt die Unschuldsvermutung.Krahs langjähriger Mitarbeiter Jian G. wurde wegen Spionage für China angeklagt. Ende September 2025 wurde er zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Krah erklärte, von dessen Tätigkeit nichts gewusst zu haben.