DIE ZEIT: Herr Rabe, Sie waren 13 Jahre lang Bildungssenator in Hamburg. In dieser Zeit haben sich im Gegensatz zu anderen Bundesländern die Leistungen vieler Hamburger Schülerinnen und Schüler deutlich gesteigert. Ihre Reformrezepte haben Sie nun in einem Buch versammelt. Allerdings klingen die eher unspektakulär, nach bildungspolitischem Schwarzbrot. Warum?
Ties Rabe: Weil wissenschaftlich bewiesen ist, dass mein Schwarzbrot allen Kindern hilft. Natürlich kenne ich die Forderungen nach selbstbestimmtem Lernen ohne Noten, nach Projektunterricht, die Idee von Lehrkräften als Lerncoaches – die ganze deutsche Sehnsuchtsdebatte um eine andere Schule. Ich bin da zurückhaltend. Zudem vergessen viele Reformer: Unsere Schulprobleme haben viel damit zu tun, dass Schülerinnen und Schüler immer schlechter lesen, schreiben und rechnen können.









