PfadnavigationHomePanoramaHitzewellen im SommerRKI schätzt Zahl der Hitzetoten auf 12.500 – zwei Bundesländer besonders betroffenStand: 10:32 UhrLesedauer: 2 MinutenDeutschland steuert auf eine neue Hitzewelle zu. Oliver Hollenstein, Mitglied der Chefredaktion der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“, fordert verbindlichere Hitzeschutzpläne: „Bisher war es offensichtlich der Eindruck, dass es nicht überall nötig ist.“Die Hitzewelle Ende Juni hat die Sterblichkeit in Deutschland dem RKI zufolge deutlich steigen lassen. Einige Bundesländer verzeichnen hohe Werte.Hitzeperioden haben deutschlandweit in diesem Jahr nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu rund 12.500 Sterbefällen geführt. Das geht aus dem aktuellen RKI-Bericht zur hitzebedingten Mortalität hervor, der die Zeit vom 6. April bis 2. August betrachtet.Damit sind in diesem Jahr bisher deutlich mehr Menschen infolge von Hitze gestorben als sonst in ganzen Jahren. Im Vergleich der vergangenen zehn Jahre wurden vor allem 2018 und 2019 viele Hitzetote verzeichnet: 2018 starben nach neuesten RKI-Angaben 9400 Menschen hitzebedingt, 2019 waren es 7700. Die Gesamtzahl der diesjährigen Hitzetoten könnte sogar noch höher als angegeben liegen: Dem RKI zufolge handelt es sich um eine konservative Schätzung.Besonders im Saarland und in Rheinland-Pfalz gab es in diesem Jahr viele Hitzetote. Pro 100.000 Einwohner starben dort 43,4 beziehungsweise 38,7 Menschen infolge der Hitze. Deutschlandweit liegt der Wert bei 15 pro 100.000 Einwohner. Auch Hessen (27,2) und Baden-Württemberg (23,9) sind überproportional betroffen.Lesen Sie auchHitze ist vor allem für ältere und alte Menschen gefährlich. Mit rund 6300 wurden die meisten Todesfälle in der Altersgruppe von 85 Jahren oder älter verzeichnet. Mehr als 3100 der Gestorbenen waren zwischen 75 und 84 Jahren alt, knapp 1900 zwischen 65 und 74 Jahren. Bei den Unter-65-Jährigen waren es rund 1200 Todesfälle.Viele Tote Ende JuniSchwer ins Gewicht fällt die starke Hitzewelle Ende Juni dieses Jahres. Das RKI geht davon aus, dass rund 9600 Menschen infolge der Hitze allein in der Woche vom 22. bis 28. Juni starben. Vielerorts in Deutschland lagen die Temperaturen in diesen Tagen um die 40 Grad.Das RKI rechnet auf Basis der Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes seine Zahlen aus, auch Daten von 52 Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fließen in die Berechnung ein. In der vergangenen Woche hatte das RKI bis zum 26. Juli 11.900 Hitzetote geschätzt. Diese Zahl kann sich aber nachträglich noch ändern.Auch die Zahlen zu den vergangenen Jahren variieren im Vergleich zu früheren RKI-Angaben. Laut einer Sprecherin liegt das daran, dass die Schätzungen jeden Monat neu berechnet werden – auch die Schätzungen für die vergangenen Jahre. „Auch das Modell wird weiterentwickelt, daher kommen nicht zwingend die exakt gleichen Zahlen raus“, erklärte sie.Lesen Sie auchDem RKI zufolge wird typischerweise ab einer Wochenmitteltemperatur von 20 Grad, also dem Durchschnitt der Tages- und Nachttemperaturen einer Woche, ein hitzebedingter Anstieg der Sterblichkeit sichtbar. In der Woche vom 27. Juli bis 2. August lag die bundesweite Wochenmitteltemperatur bei 21,6 Grad.dpa/krö