Die Kritik am Terror israelischer Extremisten wächst, auch der ehemalige deutsche Botschafter schlägt schärfere Töne an. Die Gewalt ist auf Rekordniveau.
Ex-Botschafter Steffen Seibert
Elisa Schu/dpa
dpa / AP/ KNA | Einen Monat nach seinem Abschied als deutscher Botschafter in Israel geht Steffen Seibert mit der israelischen Siedlungspolitik hart ins Gericht. „Das ist Vertreibung mit Mitteln der psychologischen und der realen Gewalt“, kritisierte er in einem Interview mit dem „Zeit-Magazin“. Der ehemalige Regierungssprecher von CDU-Kanzlerin Angela Merkel war zuletzt vier Jahre lang als Botschafter in Tel Aviv, ehe er in den Ruhestand ging und nach Berlin zurückkehrte.
Merkels Satz, die Sicherheit Israels sei deutsche Staatsräson, unterstütze er weiterhin, betonte Seibert. „Aber das bedeutet nicht, dass unsere Unterstützung jegliches staatliches Verhalten Israels einschließt, zum Beispiel nicht die Besatzung, die nun ins 60. Jahr geht.“ Die deutsche Selbstverpflichtung gelte nur für ein Israel in den international anerkannten Grenzen von 1967. „Aber das gilt nicht gegenüber den Siedlern im Jordantal.“ Nach internationalem Recht handele es sich um „illegale Siedlungen“.







