Cupra Raval: Die Topversion des neuen Kleinwagens ist sportlich – aber teuerNun tritt auch der VW-Konzern mit elektrischen Kleinwagen an. Als erstes von vier Modellen kommt der Cupra Raval auf den Markt. In der Topversion VZ fährt er sich zwar sehr dynamisch, doch beim Preis liegt er deutlich über der Konkurrenz aus China.Simon Tottoli13.08.2026, 10.30 Uhr5 LeseminutenDer Cupra Raval fährt auf der neuen MEB-Plattform des VW-Konzerns, auf der auch VW ID.Polo, VW ID.Cross und Skoda Epiq basieren.PDAn der letztjährigen IAA in München traten sie alle gemeinsam auf die Bühne: Skoda-Chef Klaus Zellmer, der VW-Markenchef Thomas Schäfer und der Seat/Cupra-CEO Markus Haupt. Bei ihrer Präsentation standen kleine Elektroautos im Fokus. Mit den Plattformgeschwistern Skoda Epiq, VW ID.Cross, VW ID.Polo und Cupra Raval zeigte der VW-Konzern seine vollelektrischen Modelle für die Kleinwagenklasse mit anvisierten Basispreisen unterhalb von 25 000 Euro.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Der Raval trug bei dieser Vorstellung zwar noch ein Tarnkleid, war sonst aber als einziger des Quartetts serienfertig. Entsprechend kam er auch als Erster auf den Markt. Zu Beginn standen indes nur höherwertige Versionen mit mindestens 155 kW (210 PS) und einer netto 52 kWh fassenden Nickel-Mangan-Kobalt-Batterie zur Verfügung.Mittlerweile lässt sich mit dem Raval Plus auch eine Version mit einem kleineren 37-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Akku und 99 kW (135 PS) konfigurieren. Die an der IAA versprochene Einstiegsvariante, die über dieselbe kleine Batterie verfügt, kann ebenfalls schon vorbestellt werden – ab 24 900 Franken. Sie leistet allerdings noch weniger als der Raval Plus, nämlich nur 85 kW (116 PS).Mit rund vier Metern Länge gilt der Raval als Vertreter des B-Segments. Der Diffusor soll die Sportlichkeit des Modells VZ betonen.PDDer spanische GTI heisst VZFür die erste Testfahrt mit dem Raval hatte Cupra das Topmodell bereitgestellt. Es trägt die Bezeichnung VZ, sozusagen das spanische Synonym für GTI, und besitzt neben dem grösseren 52-kWh-Akku auch einen auf 166 kW (226 PS) erstarkten Elektroantrieb. Gegenwärtiger Kostenpunkt: Mindestens 39 950 Franken – ein stattlicher Preis für einen Kleinwagen. Womöglich ist auch das ein Grund dafür, dass die ursprüngliche Zahl seit Lancierung mehrmals nach unten korrigiert wurde. Anfangs stand er inklusive Willkommensprämie bei 41 800 Franken.Cupra rechtfertigt die immer noch fast 40 000 Franken mit zusätzlicher Ausstattung: Diese soll aus dem schon sportlich ausgelegten Raval einen kleinen Dynamikprofi machen. Von Haus aus verfügt der VZ über eine adaptive Fahrwerksregelung und ein elektronisch geregeltes Sperrdifferenzial. Ausserdem sind ab Werk besonders stark ausgeformte Sportschalensitze und 19-Zoll-Alufelgen montiert.So scheint der kleine Spanier bestens gewappnet für vergnügliches Kurvenräubern. Und er enttäuscht auf der Testfahrt nicht: Der Raval VZ überzeugt auf kurvigen Strassen mit einer hervorragenden Abstimmung und bringt seine Leistung souverän auf den Asphalt. Und dies, obwohl er wie alle Modelle auf der neuen MEB-Plattform des VW-Konzerns nur über Frontantrieb verfügt. Selbst bei zügiger Fahrweise verlieren die Reifen zumindest auf trockener Strasse kaum an Traktion. Hier leistet das Sperrdifferenzial ganze Arbeit. Als VZ leistet der Raval 226 PS und verfügt über ein adaptives Sportfahrwerk sowie ein elektronisches Sperrdifferenzial.PDDie Fahrleistungen passen gut zum Chassis: 6,8 Sekunden für den Sprint von null auf 100 km/h sind zwar kein Fabelwert, aber sportlich genug. Einzig die serienmässige Progressivlenkung fällt im sportlichen Gesamtpaket etwas ab; sie könnte noch eine Spur mehr Rückmeldung geben und vor allem in der Mittellage etwas direkter sein. Andererseits nervt sie bei normaler Fahrweise nicht mit übertriebener Nervosität.Wertig gestalteter InnenraumIm Alltag wird ein Cupra Raval VZ ohnehin eher selten am Limit bewegt, womit der überraschend gute Komfort der Sportschalensitze weit wichtiger erscheint als ihr erwartungsgemäss guter Seitenhalt. Auch der Rest des Interieurs hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Die Materialien fühlen sich grösstenteils gut an und zeigten sich selbst im gefahrenen Vorserienmodell sauber verarbeitet.Das ist kein Vergleich zu Cupras Elektro-Erstling Born, wobei sich dieser seit dem Facelift aber ebenfalls deutlich verbessert zeigt. Überhaupt scheint der VW-Konzern in Sachen Materialauswahl, Verarbeitung und auch Bedienung wieder zu alter Stärke zurückgefunden zu haben. Dass im Cupra Raval jedoch weiterhin auf die berührungsempfindlichen Schiebeflächen für die Temperatur- und Lautstärkenregelung gesetzt wird, erscheint unverständlich. Physische Tasten und Drehregler wären dafür besser geeignet.Das Interieur ist sauber verarbeitet und macht einen sehr hochwertigen Eindruck.PDImmerhin verfügt das Lenkrad, wie alle neuen VW-Konzernmodelle, über echte Tasten für die Bedienung von Fahrassistenten und Infotainment. Typisch Cupra sind zwei zusätzliche runde Tasten, um zwischen den Fahrmodi zu wechseln oder gleich den sportlichsten Cupra-Modus auszuwählen. Dessen künstlicher Klangteppich im Stil des Porsche Taycan lässt sich aber deaktivieren. Im Alltag deutlich mehr genutzt werden dürften die beiden Paddel hinter dem Lenkrad für die Justierung der Rekuperation bis hin zum Ein-Pedal-Fahren.Viele Einstellungen können auch über den 12,9 Zoll grossen Zentralbildschirm vorgenommen werden. Dieser arbeitet mit einem Android-Betriebssystem und bietet eine nahtlose Smartphone-Integration. Die Fahrinformationen werden auf einem neuen 10,25-Zoll-Bildschirm über dem Lenkrad angezeigt. Es ist fast doppelt so gross wie das alte Mini-Display in den früheren Konzernstromern und dazu weit besser aufgelöst.Viel Platz ganz vorne und ganz hintenDiese beiden Bildschirme sind bei allen Raval-Varianten serienmässig. Und auch das Platzangebot ist immer identisch: Vorne ist es grosszügig, hinten gut, und im 441 Liter fassenden Kofferraum für die Klasse sehr gut.Das neue Fahrerinformationsdisplay mit 10,25 Zoll Diagonale ist fast doppelt so gross wie bei früheren Stromern des VW-Konzerns.PDÜber dem Klassendurchschnitt liegt die Reichweite des VZ mit 440 Kilometern nach WLTP-Messzyklus. Wer sein Performance-Potenzial oft ausnutzt, verbraucht sicher mehr als die von Cupra angegebenen 16,1 kWh auf 100 Kilometer – und kommt entsprechend weniger weit. Dafür besitzen die höherwertigen Raval-Varianten im Gegensatz zur Basis serienmässig eine Wärmepumpe – also auch der VZ.Seine Schnellladeleistung beträgt 105 kW, was für das Kleinwagensegment genügt. Beim Basis-Raval mit der kleinen Batterie sind nur bis zu 50 kW möglich. Für manche Interessenten dürfte das viel zu wenig sein. Der eigentlich günstige Preis erscheint durch diese Kleinstleistung dann doch wieder ein gutes Stück teurer. Beim Raval Plus, der für mindestens 33 600 Franken ebenfalls nur über den kleinen Akku verfügt, beträgt die Ladeleistung immerhin 88 kW. An der Schnellladesäule kommt er so in 23 Minuten von 10 auf 80 Prozent.Der VZ braucht dafür noch eine Minute länger, hat dann aber mit grösserer Batterie auch mehr Strom geladen. Genau wie die zweitbeste Raval-Variante Endurance, die etwas weniger leistet (155 kW/211 PS) und schlechter ausgestattet ist als der VZ, aber mit 38 200 Franken nur wenig günstiger ist. Ihre um 6 Kilometer bessere WLTP-Reichweite ist im Vergleich vernachlässigbar.So bietet der teure VZ genau genommen das beste Preisleistungsverhältnis in der gesamten Raval-Palette, schiesst aber umso deutlicher über die ursprünglich ausgerufene Zielmarke von 25 000 Euro hinaus.Mit 441 Litern Volumen fällt der Kofferraum des Raval grosszügig aus.PDDie Testfahrt wurde durch Cupra unterstützt.
Cupra Raval VZ: Sportlicher Kleinwagen mit saftigem Preisschild
Nun tritt auch der VW-Konzern mit elektrischen Kleinwagen an. Als erstes von vier Modellen kommt der Cupra Raval auf den Markt. In der Topversion VZ fährt er sich zwar sehr dynamisch, doch beim Preis liegt er deutlich über der Konkurrenz aus China.






