Die Vorfreude wuchs bei einigen mit jeder Stunde, und wie so oft an solchen besonderen Tagen wurde sie bald zu einem Teil des Ereignisses, ließ es noch größer, bedeutender und auch schöner werden. Die Leute steckten sich mit ihrer Begeisterung an, beim Schlangestehen für Schutzbrillen, oder bei der Suche nach der besten Aussicht für die Sonnenfinsternis. Überhaupt: Wo gab es noch Brillen? Oder bastelte man noch selbst eine?All das geschah in einer so offenen, heiteren Stimmung, voller Verspieltheit und Neugier, dass es Spaß machte, den Menschen dabei zuzuschauen, wie sie sich aufs Schauen vorbereiteten. Einige dieser Momente sehen Sie in den Bildern, die meine Kolleginnen und Kollegen am Abend zusammengestellt haben – aus München und anderswo.Es sind nur noch wenige Wochen, bis am 6. September in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt wird, und es wird eine Entwicklung wahrscheinlicher, die man sich bislang weder vorstellen mochte, noch konnte. Erst recht nicht, wenn man die AfD seit Jahren beobachtet hat, als Reporter die Auftritte ihrer Exponenten erlebte, ihre verbalen Exzesse und Provokationen, ihr oft rüpelhaftes und so wenig menschenfreundliches Auftreten, selbst im Umgang miteinander. Einfach nicht vorstellbar erschien, dass eine Mehrheit der Wähler sich in einem Bundesland für eine solche Partei entscheiden könnte, wo zudem der Landesverband vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird.Nun könnte die AfD bei dieser Wahl so stark werden, dass einer der ihren als Ministerpräsident in die Staatskanzlei in Magdeburg einzieht. Unsere Korrespondentin Iris Mayer hat den Wahlkampf des Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund intensiv beobachtet und erlebt, dass längst die Zeiten vorbei sind, in denen sich AfD-Anhänger nur verdruckst zu ihr bekannten. Im Gegenteil, verzückt stehen die Leute an für ein Selfie mit ihm, schreibt sie in ihrer Reportage. Als käme da ein Popstar.Ach, werden manche sagen, es ist doch nur Sachsen-Anhalt. Ein Land, dessen Lage sie eh nicht richtig einordnen können, geografisch und auch sonst so. Nur: irgendwie nicht wichtig, wenig Menschen da. Doch diese Haltung wäre auf so viele Arten falsch, dass man kaum weiß, womit beginnen. Nicht allein, dass für dieses kulturvolle Land mit seiner fragilen Wirtschaft eine AfD-Regierung verheerend wirken dürfte. Ein solcher Erfolg wäre weit über Magdeburg, Halle und Dessau, Köthen oder Bitterfeld hinaus ein schreckliches Signal – nicht nur bundespolitisch, sondern in alle Welt, wie Nicolas Richter in seinem Kommentar analysiert.Was heute wichtig istAls der Mond die Sonne verdunkelte. Die totale Sonnenfinsternis zog von Sibirien bis Spanien. In Deutschland verdeckte der Mond die Sonne immerhin noch zum Teil. Die Bilder zum Himmelsschauspiel. Zum ArtikelSpektakel am Himmel: So war die Sonnenfinsternis in MünchenTrumps Sprecherin Karoline Leavitt hört auf. Im Mai hat die Pressesprecherin des US-Präsidenten ihr zweites Kind bekommen, sie wolle nun mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen. Mindestens die Hälfte der amerikanischen Bevölkerung dürfte das als einzigen Grund anzweifeln. Zum ArtikelTrumps Pressesprecherin: Das Lächeln der Karoline LeavittThüringen: Höcke will Wagenknecht zur Ministerpräsidentin machen. „Ich reiche Ihnen die Hand“, sagt Thüringens AfD-Chef in einem Video an die BSW-Gründerin gerichtet. Wagenknecht hatte zuvor signalisiert, ihre Partei könnte in Sachsen-Anhalt einem AfD-Ministerpräsidenten zur Macht verhelfen. Das BSW in Thüringen ist derzeit Teil einer Regierungskoalition mit CDU und SPD. Zum Liveblog zur BundespolitikAfD in Sachsen-Anhalt: Herr Siegmund und sein SiegerlächelnDer Streit in der NRW-AfD wird immer schmutzigerWer deutsche Flughäfen vor Drohnen schützen soll.Grundsätzlich ist die Landespolizei zuständig, wenn eine Drohne auftaucht. Über Flughäfen, Bahnhöfen und Schienen die Bundespolizei, über Militärgelände die Bundeswehr. Die Drohnenabwehr sei ein technischer „Wettlauf“, sagte Innenminister Dobrindt. Die wichtigsten Fragen und Antworten. Zum ArtikelSicherheitspolitik: Bundesregierung stärkt NachrichtendiensteSZ-Podcast „Auf den Punkt“: Nachrichtendienste: Bekommt Deutschland eine Geheimpolizei?Iran an Trump: „Die Straße von Hormus bleibt blockiert“. US-Präsident Trump beansprucht die Kontrolle über die strategisch wichtige Meerenge. Teheran widerspricht. Die Aussagen aus Washington änderten nichts an der Realität, hieß es vom Mullah-Regime. Zum Liveblog zum Krieg in NahostWeitere wichtige ThemenReit-WM: Dressur-Equipe um Werth ist WeltmeisterLiveblog zur US-Politik: US-Behörde ICE plant Kauf von Elektroschock-HandschuhenPreise: Inflation in Deutschland steigt stark anDie Fachbriefings von SZ Dossier - mit SZ Pro-AboDossier Digitalwende: KI-Training: Was Deutschlands Reformwünsche bedeuten würden. Brüssel schlägt vor, das Datenschutzgesetz anzupassen, damit KI-Anbieter rechtliche Sicherheit beim Training mit personenbezogenen Daten haben. Davon könnten europäische KI-Anbieter profitieren. Während einige Länder zweifeln, setzt sich Deutschland dafür ein. Auch wichtig: Hate Aid erstattet Anzeige gegen Meta, Ray-Ban und andere Hersteller von Smart Glasses. Zum BriefingDossier Geoökonomie: FMC bietet Ausweg aus Speicherchip-Abhängigkeit. Speicherchips sind zur Engstelle der IT-Industrie geworden und drosseln sogar den KI-Ausbau. Alle Lieferungen kommen aus Asien. Die Firma FMC aus Dresden entwickelt derzeit einen besonders stromsparenden Typ – mit dem Ziel resilienter Herstellung in Deutschland. Erstmals seit der Pleite von Qimonda gäbe es so ein Werk in Europa. Zum Briefing