Ulrich Siegmund wollte an diesem Abend immer wieder Hände reichen. Die Gräben im Land wolle er „zuschütten“, sagte der AfD-Spitzenkandidat in der MDR-Wahlarena am Mittwochabend, wenige Wochen vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt. Man müsse wieder miteinander reden, auch mit politischen Gegnern. Bei Eva von Angern kam das nicht gut an.

„Ich reiche Ihnen doch die Hand, Frau von Angern“, sagte Siegmund, nachdem die Linken-Spitzenkandidatin über den Umgang mit der AfD gesprochen hatte. Diese brülle Redner andere Fraktionen im Landtag nieder. Von Angern entgegnete nur: „Sie brauchen mir nicht die Hand reichen.“ Später versuchte Siegmund es noch einmal. Von Angern würde wahrscheinlich nicht einmal mehr mit ihm einen Kaffee trinken, sagte er. „Warum sollte ich das machen?“, fragte sie und warf Siegmund vor, gegen queere Menschen zu hetzen. Der humoristische Höhepunkt war erreicht und politische Inhalte zweitrangig.

„Das beste Rezept für einen Diktator“

Sieben Spitzenkandidaten standen auf der Bühne der Sendung „Fakt ist!“, die Fragen stellten Bürger. Meist richteten sie sich aber nur an einen oder zwei Politiker: an Eva von Angern, Ulrich Siegmund und Sven Schulze, die von links nach rechts nebeneinander standen und über weite Teile den Bildschirm zierten.