BildstreckeDavid Hume KennerlyLaut offiziellen Angaben kam Fidel Castro am 13. August 1926 zur Welt. Aus dem Sohn eines Grossgrundbesitzers wurde eine der einflussreichsten politischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.13.08.2026, 06.37 Uhr5 LeseminutenFidel Castro wäre in diesem Jahr am 13. August hundert Jahre alt geworden. Oder doch nicht? Manche Biografen des kubanischen Revolutionsführers gehen davon aus, dass er in Wahrheit erst 1927 zur Welt gekommen ist – und dass seine Familie ihn ein Jahr älter machte, damit er früher auf ein renommiertes Jesuitenkolleg gehen konnte. Offiziell gilt in Kuba jedoch weiterhin der 13. August 1926 als Geburtstag von Castro. Es ist eine kleine Anekdote in einem Leben, das reich ist an Episoden. Und an legendären Fotos – denn der Revolutionär war sich der Macht von Bildern immer bewusst.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Fidel mit siebzehn Jahren auf der Jagd.Jose Goitia / GettyFidel Castro wächst auf der Finca seiner Familie im Osten Kubas auf. Sein Vater, ein ursprünglich mittelloser Einwanderer aus Spanien, hat sich innerhalb von ein paar Jahren zum Grossgrundbesitzer hochgearbeitet. Doch Fidel und sein Bruder Raúl bekommen auch die Nöte der armen Landbevölkerung mit und werden so für soziale Fragen sensibilisiert.Fidel Castro (links) und sein Mitstreiter Ernesto «Che» Guevara 1956 im Gefängnis in Mexiko-Stadt.Hulton Archive / GettyDer Guerillaführer liest Zeitung in den Bergen der Sierra Maestra.Andrew St. George / APNach einer Ausbildung am Jesuitenkolleg in Havanna beginnt Castro mit einem Jurastudium und radikalisiert sich politisch immer weiter. Kuba wird in den fünfziger Jahren beherrscht von einem Diktator von Washingtons Gnaden, Fulgencio Batista. Ein erster Versuch eines Volksaufstandes scheitert 1953 kläglich, die Brüder Castro entgehen nur knapp der Exekution. Nach zwei Jahren im Gefängnis flüchten sie ins Exil nach Mexiko – und freunden sich dort mit dem argentinischen Revolutionär Ernesto «Che» Guevara an.Fidel Castro (mit Sonnenbrille) und seine Rebellenarmee auf dem Weg nach Havanna, um in der Hauptstadt die Macht zu übernehmen.Burt Glinn / Magnum PhotosDer Diktator Batista ist gestürzt, Angehörige seiner Geheimpolizei werden von Castro-Anhängern festgehalten.Burt Glinn / Magnum PhotosIm November 1956 kehren sie auf der Jacht «Granma» nach Kuba zurück und führen von der unwegsamen Sierra Maestra aus drei Jahre lang einen Guerillakrieg gegen das Regime. Zur Jahreswende 1958/59 gelingt es den Castros und Guevara, Batista zu stürzen. Im Triumph ziehen sie in Havanna ein. Der Diktator flüchtet am 1. Januar in die Dominikanische Republik.Mit einem erbeuteten Panzer fahren die siegreichen Revolutionäre durch die Stadt Santa Clara in Zentralkuba.Burt Glinn / Magnum PhotosBegeisterte Menge: Bewohnerinnen und Bewohner von Havanna bejubeln Fidel Castro.Burt Glinn / Magnum Photos«Es lebe Fidel»: Mit einer Parade feiern die Anhänger von Castro den Sieg der Revolution.APCastro hat zwar versprochen, er wolle sich nach einem Sieg der Revolution ins Privatleben zurückziehen, doch die Versuchung der Macht ist zu gross: Er wird zum «Máximo Líder», zum Staatschef und Diktator Kubas. Das Regime wendet sich bald dem Kommunismus zu und sucht die Nähe zur Sowjetunion.Baseball ist auf Kuba Nationalsport, und auch Fidel Castro wirft bei einem Spiel 1959 einen Ball.Bob Henriques / Magnum PhotosEin wichtiger Weggefährte: Che Guevara am Steuer seines Autos, neben ihm seine zweite Frau Aleida March.Familienarchiv / EPAEr konnte stundenlang reden: Fidel Castro bei einem Auftritt im Jahr 1960.Sovfoto / UIG / GettyCastro liebt den grossen Auftritt, seine stundenlangen Reden sind legendär. Am 1. Mai 1960 macht Castro klar, dass es auf der Insel keine freien Wahlen geben werde – ein weiteres gebrochenes Versprechen.Auch etwas Spass muss sein: Fidel Castro schaut zu, wie sein Genosse Che Guevara Golf spielt.Carlos Nunez / APErnest Hemingway liebte Kuba, doch der Schriftsteller blieb auf Distanz zu Fidel Castro und seinem Regime.Andrew Saint-George / Magnum PhotosAussenpolitisch setzt Castro auf den «Internationalismus» und möchte so die Bedeutung seines Staates deutlich grösser machen, als es dem demografischen Gewicht eines Landes mit kaum zehn Millionen Einwohnern entspräche. Kuba entsendet Truppen in andere lateinamerikanische Staaten und nach Afrika, um dort der Revolution zum Durchbruch zu verhelfen. Bei einer solchen Aktion wird Che Guevara 1967 in Bolivien festgenommen und erschossen. Daneben setzt Castro auch auf «soft power»: Zehntausende von Ärztinnen und Ärzten schickt das Regime ab den sechziger Jahren in andere Länder, damit sie sich dort um arme Patienten kümmern.Fidel Castro springt im April 1961 nahe der Schweinebucht von einem Panzer.Bohemia Magazine / APFidel Castro verschwindet fast hinter dem Rauch seiner Zigarre, als er im Juni 1961 vor der Presse seine Forderungen für die Freilassung der in der Schweinebucht festgenommenen Kämpfer nennt.Alan Oxley / Magnum Photos1961 wollen die USA Fidel Castro stürzen, doch die Invasion in der Schweinebucht endet in einem Debakel: Die kubanische Armee besiegt die 1300 Exil-Kubaner, die auf der Insel zu landen versuchen, und nimmt einen Grossteil gefangen. Castro treibt die Lösegeldforderungen immer weiter in die Höhe, am Ende bekommt er für die Freilassung der Gefangenen Medikamente und Nahrungsmittel im Wert von 53 Millionen Dollar.Fidel Castro bei einem TV-Auftritt während der Kuba-Krise 1962.APEnge Verbündete: Castro trifft bei einem Besuch in Moskau 1963 den sowjetischen Regierungschef Nikita Chruschtschow (zweiter von rechts).Keystone1962 steht Castros Insel dreizehn Tage lang im Zentrum der Kubakrise – die Welt schrammt dabei nur knapp an einem Atomkrieg vorbei. Die Sowjetunion stationiert Raketen mit atomaren Sprengköpfen auf Kuba. Castro fordert Nikita Chruschtschow zu einem Erstschlag gegen die USA auf, auch wenn dies die Vernichtung seines eigenen Landes bedeuten würde. Doch die Sowjets weigern sich, am Schluss lässt sich die Krise friedlich lösen.Jeder Diktator zeigt sich gern mit Kindern: Castro beim Besuch eines Projekts für sozialen Wohnungsbau.Elliott Erwitt / Magnum PhotosZum 20. Jahrestag des Todes von Che Guevara ehrt Fidel Castro 1987 seinen in Bolivien exekutierten Gefährten.Rene Burri / Magnum PhotosIn den sechziger und siebziger Jahren punktet Castros Regime bei der Bevölkerung mit einem ambitionierten Umverteilungsprogramm: Es baut günstige Wohnungen und etabliert kostenlose Gesundheits- und Bildungssysteme, die zu den besten in der Region gehören. Das ist aber nur möglich durch die Verstaatlichung von amerikanischem Eigentum und dank Hilfe aus dem Ausland – besonders aus der Sowjetunion, die kubanischen Zucker überteuert kauft und Erdöl weit unter dem Marktpreis liefert. Effizient ist die sozialistische Planwirtschaft nie.2001, mit 75 Jahren, lenkt Castro noch immer die Geschicke Kubas, doch bald muss er sich gesundheitlich angeschlagen zurückziehen.Burt Glinn / MagnumNach dem Untergang der Sowjetunion und dem Wegfall der Subventionen rutscht Kuba in eine wirtschaftliche Krise, von der sich das Land nie mehr erholen wird. Umso gravierender machen sich die seit Jahrzehnten bestehenden amerikanischen Sanktionen bemerkbar. Die Infrastruktur verkommt, und auch das einst vorbildliche Gesundheitssystem wird marode.Fidel Castro muss mit ansehen, wie sein Lebenswerk zerfällt. Sein schlechter Gesundheitszustand zwingt den damals Achtzigjährigen 2006, alle Ämter niederzulegen und die Macht an seinen Bruder Raúl abzutreten. Am 25. November 2016 stirbt der Held des kubanischen Sozialismus im (offiziellen) Alter von neunzig Jahren. Seine Asche wird in einer Art Prozession durchs halbe Land nach Santiago de Cuba gebracht. Der Beisetzung folgt eine neuntägige Staatstrauer. Noch heute ist das Bild des bärtigen Revolutionärs auf der Insel allgegenwärtig.Abschied vom «Máximo Líder»: Kubanerinnen und Kubaner säumen die Strasse, um den sterblichen Überresten von Fidel Castro die Ehre zu erweisen.Chip Somodevilla / GettyPassend zum Artikel
Vor hundert Jahren wurde Fidel Castro geboren. Sein Leben ist reich an Episoden und ikonischen Bildern
Laut offiziellen Angaben kam Fidel Castro am 13. August 1926 zur Welt. Aus dem Sohn eines Grossgrundbesitzers wurde eine der einflussreichsten politischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.







