Die Stromerzeugungskapazität der Ukraine ist von knapp 60 Gigawatt (GW) vor dem Krieg auf heute nur noch 12 GW eingebrochen. Sollten Russlands Raketen diesen Winter in Kiew, Charkiw und Odessa erneut so durchkommen wie im vergangenen Jahr, könnte sich das Defizit fast verdoppeln.
Die Ukraine hat bereits jetzt eine Lücke von 5 bis 6 GW zwischen Stromerzeugung und Bedarf. Im vergangenen Winter waren Bewohner Kiews gezwungen, in Wohnungen zu leben, in denen die Innentemperaturen auf -10 Grad fielen – auf Flachbildfernsehern in ukrainischen Wohnzimmern bildete sich buchstäblich Eis. In diesem Jahr könnte es noch schlimmer werden, und viele Großstädte der Ukraine könnten unbewohnbar werden. Genau das sei der Plan von Russlands Präsident Wladimir Putin, so das amerikanische Institute for the Study of War (ISW).
Ukraine: Selenskyj zunehmend verzweifelt
Der ukrainische Energieminister beziffert die gesamte Erzeugungskapazität des Landes auf 12 GW. Ein Rückgang gegenüber 14 GW, bevor im vergangenen September der Raketenbeschuss einsetzte.
Die verfügbaren 14 GW reichten bereits nicht aus, um den Spitzenbedarf von rund 17 GW zu decken – ein Defizit von 3 GW, das schon damals gravierend genug war, um Notabschaltungen in Fabriken zu erzwingen. Seit die wärmere Jahreszeit zurückgekehrt ist, haben russische Angriffe weitere 2 GW ausgeschaltet, wodurch das Defizit auf rund 5 GW gestiegen ist. Sollte Russland auch nur die Hälfte der verbleibenden 12 GW zerstören, würde sich die Lücke auf fast 10 GW ausweiten – mehr als das Dreifache der Lücke des vergangenen Winters.







