Für sie: Blank mit BluejeansEgal, wie oft Stars schon ihre nackten Babybäuche aus Marketinggründen in ihre Rote-Teppich-Outfits integriert haben: Der durchschaubare Move bringt jedes Mal wieder Dutzende, wahrscheinlich von armen Praktikanten erzwungene Internet-Klickaufrufe. Der neueste Bauch-Blankzieher kommt von Anne Hathaway, bei der Premiere ihres neuesten Films „The End of Oak Street“. Ja, die Frau kommt gerade erst von einer Christopher-Nolan-Odyssee-Odyssee, und vielleicht ist mit ihrem Arbeitseifer zu erklären, dass wir hier auf den ersten irgendwie durchtrainiert wirkenden Promi-Babybauch schauen. Aber diese surreale Beobachtung nur am Rande. Die Fehlermeldung beim Anblick dieses Outfits blinkt gar nicht wegen des raffinierten Crop Tops des Designers Prabal Gurung, sondern: wegen der wunderlichen Jeans. Man weiß einfach nicht, was sie will: Oversized auf der Hüfte hängen? Oder doch eher irgendwie an die Siebziger erinnern?Tatsache ist, dass es zwei Dinge gibt, die verraten, dass eine Frau nichts mehr checkt, also längst den Zeitgeistanschluss verloren hat: Turnschuhe und eben Jeans. Im allerpeinlichsten Fall stammen diese Basics of Cool plötzlich von irgendwelchen Designern. So auch neulich bei der Monaco-Prinzessinnen-Tochter Charlotte Casiraghi, die bei einer Chanel-Show in Jeans von – nun ja – Chanel auftauchte. Jetzt kann man natürlich einwenden, dass diese Damen von Stylisten eingekleidet werden. Aber Stylisten zu glauben, ist dann wirklich das Zeichen, dass man nicht mehr jung und cool ist – Babybauch hin oder her.Anne Hathaway und Ewan McGregor bei der Premiere ihres neuen Films „The End of Oak Street“. Foto: Jordan Strauss/AP; Bearbeitung: SZFür ihn: Albern am GrillEwan McGregor ist eigentlich das, was Herrenmagazinredakteure gerne „Stilikone“ nennen. Man weiß nach Jahrzehnten der GQ-Berichterstattung: Der Mann trägt gerne schwere Lederjacken, Bikerboots und maskuline Sonnenbrillen, die zu seinem stoppeligen Schottengesicht passen. Was er nun aber hier präsentiert, funkelt weder sexy-mcgregorianisch noch blitzlichtpremierenmäßig. Es geht eher in Richtung Cringe-Dad, der samstags für die Nachbarn aus der Spielstraße den Grill anwirft.Auf dem Papier ist der Fit zwar langweilig, aber okay: Kurzarmhemd mit Dino-Print, farblich passende Raw-Denim-Hose und Chucks. (Über die Füßlinge, die seine nackten Knöchel zeigen sollen, reden wir nicht – darüber wurde hier schon zur Genüge gelästert.) Problematisch ist vor allem der Anlass: Eine Filmpremiere ist kein Gartenfest. Ein Outfit, das in jedem Detail „Vorstadt-Clemens“ schreit, erzeugt in diesem Setting denselben kurzen Schreckmoment wie damals der strenge Physiklehrer, der zum Wandertag plötzlich aggressiv legere „Freizeitkleidung“ trug.Zu McGregors Verteidigung sei allerdings erwähnt: Das Outfit - genau wie der Rollrasen, auf dem er es statt eines roten Teppichs präsentiert – soll offenbar einen Bezug zur Filmhandlung herstellen. Er spielt in „The End of Oak Street“ nämlich einen, nun ja, Vorstadt-Clemens, der samstags für die Nachbarn aus der Spielstraße den Grill anwirft und von Dinosauriern Besuch bekommt. Mit sehr viel Gnade für McGregor, und wegen seiner in Stilfragen ansonsten guten Führung, haken wir diesen Mode-Fail also als das ab, was er ist: ein gelungener PR-Stunt – auf den wir Dödel aus der Stilredaktion natürlich direkt reingefallen sind.
Es wird ein Cringe!
Babybauch zu Schlagjeans, Dinohemd zu Chucks: Ist das noch peinlich oder schon Method Dressing?










