Die Simson steht für Schrauberkultur, ostdeutsche Technikgeschichte und für ein Stück Freiheit auf zwei Rädern. Nun wird sie erneut zum Politikum: Die AfD-Fraktion reklamiert, die CDU habe mit einer angekündigten Bundesratsinitiative deren bereits 2025 abgelehnten Antrag übernommen. Sachsens Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU) weist diese Darstellung jedoch zurück – und betont am Rande einer Veranstaltung auf Anfrage, dass ihr Vorstoß ausdrücklich alle vergleichbaren Kleinkrafträder betreffe.

Kern der Debatte ist eine Regelung, die viele Simson-Fahrer seit Jahren beschäftigt: Bestimmte DDR-Kleinkrafträder dürfen aufgrund einer Sonderregelung im Einigungsvertrag bis zu 60 km/h fahren. Baugleiche Maschinen, die einst exportiert und später nach Deutschland zurückimportiert wurden, bleiben dagegen in der Regel (rein rechtlich) auf 45 km/h begrenzt.

Regina Kraushaar bei einem Termin in Chemnitz: Die CDU-Ministerin widerspricht energisch der Darstellung, ihr Ministerium habe für einen Regelungsvorstoß bei der AfD abgeschrieben.

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Am 26. August 2025 brachte die AfD-Fraktion dazu ihren Antrag „Simson – Mehr als bloß ein Moped: Ein ostdeutsches Symbol auf zwei Rädern“ in den Sächsischen Landtag ein. Dabei ging es um die Gleichstellung reimportierter Simsons und deren Status als Kulturerbe Ostdeutschlands. Der Landtag lehnte ihn am 29. Oktober 2025 mehrheitlich ab. Am 7. August 2026 kündigte Ministerin Regina Kraushaar dann an, Sachsen wolle eine Bundesratsinitiative vorbereiten. Ziel sei eine rechtssichere, einheitliche Regelung für baugleiche Kleinkrafträder bis 60 km/h – einschließlich reimportierter Fahrzeuge und unabhängig vom Hersteller.