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Geldanlage: Drei Grafiken zeigen die Renditewucht eines Kinderdepots Die Bundesregierung will mit der Frühstartrente Eltern zur Geldanlage für ihre Kinder animieren. Wer das Staatsgeld selbst aufstockt, kann den Nachwuchs vermögend machen.
Kinder profitieren bei der Geldanlage vor allem von einem Faktor: Sie bringen viel Zeit mit. Foto: IMAGO/Westend61Im Land der Aktienmuffel tut sich was: Allmählich legt die Politik die Leitplanken dafür, dass die Bürger auch an der Börse für ihr Alter vorsorgen. Erst vor wenigen Wochen hat der Bundestag das Altersvorsorgedepot verabschiedet, mit dem Sparer für Kapitalmarktinvestments gefördert werden. Der Staat bezuschusst ab kommendem Jahr Anlagen in Aktien, ETFs und Co. mit teils ordentlichen Zulagen.Speziell für Kinder hat das Bundeskabinett am 12. August ein separates Förderkonstrukt an den Start beschlossen: die Frühstartrente. Noch in diesem Jahr soll ein Gesetz den Bundestag passieren, ehe die Frühstartrente ebenfalls 2027 startet.Private Altersvorsorge Das Altersvorsorgedepot muss erst der Anfang sein Der Bundestag hat den Gamechanger für die private Altersvorsorge verabschiedet. Um Deutschland zum Aktienland zu machen, braucht es aber mehr. Ein Kommentar. Kommentar von Philipp FrohnDie WirtschaftsWoche hat den Ertrag in mehreren Beispielrechnungen simuliert. Das Ergebnis: Selbst wer nur die demnächst startende staatliche Förderung investiert, kann seinem Nachwuchs zum 18. Geburtstag mehrere tausend Euro vermachen. Stockt man die Förderung mit eigenen Einzahlungen auf, könnte sich der Depotwert letztlich auf einige Zehntausende Euro belaufen. Und führen die Kinder es nach Erreichen der Volljährigkeit fort, könnten sie zu Millionären werden.Das ist bei der Frühstartrente geplantKinder bringen bei der Geldanlage einen entscheidenden Vorteil mit: den Faktor Zeit. Weil sie bis zum Renteneintrittsalter einen langen Anlagehorizont haben, können sie tendenziell chancenreicher investieren und etwa komplett auf Aktien setzen. Börsencrashs treffen sie weniger hart, weil sie viel Zeit haben, um diese auszusitzen.Für die Berechnung sind wir davon ausgegangen, dass die Eltern einen breit gestreuten Aktienfonds auswählen und damit im Schnitt sieben Prozent Ertrag generieren. Im historischen Durchschnitt war dies mit einem ETF auf den Weltaktienindex MSCI World möglich. Außerdem gehen wir davon aus, dass mögliche Ausschüttungen reinvestiert werden und die Sparquote während der gesamten Zeit konstant bleibt. Damit die Kalkulationen überschaubar sind, bleiben Steuern und laufende Gebühren unberücksichtigt.Die Bundesregierung will mit einem Zuschuss von 10 Euro pro Monat das Fundament für die private Altersvorsorge von Kindern legen. Allerdings erhalten nur Kinder ab dem sechsten Lebensjahr die staatliche Förderung, die dann bis zur Volljährigkeit ausgezahlt wird.Riester 2.0 Was das neue Altersvorsorgedepot Anlegern bringen soll Der Bundestag hat das Altersvorsorgedepot verabschiedet. Wer fürs Alter vorsorgt, bekommt bald üppige Zulagen vom Staat. Doch ein Detail entfacht Kritik. von Philipp Frohn und Julia LeonhardtWer nur den staatlichen Zuschuss für seinen Nachwuchs in ein breit gestreutes Aktiendepot anlegt, kann so über die Jahre ein Vermögen von immerhin knapp 2200 Euro ansparen – ohne einen einzigen Cent selbst investiert zu haben. Das reicht, um etwa die Hälfte des Führerscheins zu finanzieren, zumindest aktuell. Inflationsbedingt dürften dafür in zwölf Jahren höhere Kosten anfallen.Kinderdepot: Kleine Sparrate, große WirkungEltern können die staatliche Förderung auch durch eigene Einzahlungen aufstocken, je nach ihren finanziellen Möglichkeiten. Je mehr eigenes Geld sie einbringen, umso größer wird am Ende das Depot sein. Das liegt vor allem daran, dass der Zinseszinseffekt dann wirkungsvoller durchschlägt.Wer zum Beispiel 50 Euro pro Monat in einen ETF auf den MSCI World investiert, käme rechnerisch nach zwölf Jahren auf 11.140 Euro. Wenn Eltern sogar das gesamte Kindergeld (aktuell 259 Euro) an der Börse anlegen, würde das Depot im Laufe der Jahre auf gut 57.700 Euro anschwellen.Bis zum Renteneintritt würde sich das Geld weiter mehren, auch ohne weitere Einzahlungen. So wären bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren 4680, 23.400 oder gar gut 121.200 Euro möglich.Der Grundstein für die Börsen-MillionenDie Renditewucht eines Kinderdepots wird deutlich, wenn die Eltern mit den Investments bereits ab der Geburt beginnen. Die sechs zusätzlichen Anlagejahre führen dazu, dass sich die Vermögensstände in den Depots bis zum 18. Lebensjahr beinahe verdoppeln: auf gut 4200, 21.170 oder gar 100.670 Euro.Im Idealfall können Eltern ihren Kindern schon früh beibringen, dass regelmäßiges Sparen über rentierliche Anlagen wie Aktien für die private Altersvorsorge vorteilhaft ist. Wenn die Kinder nach ihrem 18. Geburtstag selbst weiter investieren, generieren sie bis zum späteren Renteneintritt ein mitunter beachtliches Vermögen. Das Startkapital, das durch staatliche Förderung und elterliche Unterstützung angelegt wurde, lässt den Zinseszinseffekt über die nächsten Jahre und Jahrzehnte voll durchschlagen.Wer die anfängliche Sparrate – also 10, 50 oder 259 Euro – beibehält, kommt bis zum Ausscheiden aus dem Erwerbsleben auf beachtliche Summen: Selbst bei der kleinsten Sparrate könnten am Ende gut 163.780 Euro im Depot liegen. Bei einer monatlichen Einzahlung von 50 Euro würde sie rechnerisch bei gut 818.900 liegen. Und wer langfristig die 259 Euro einzahlt, könnte am Ende mehrfacher Millionär sein: Der Depotwert könnte dann 4,2 Millionen Euro betragen.Das angesparte Geld soll kein Selbstzweck sein, sondern dient vielen Aktiensparern dazu, im Alter eine Zusatzrente zu generieren und so den Lebensstandard halten zu können. Je näher sie der Rente kommen, desto gefährlicher wären Börseneinbrüche, weil sie weniger Zeit haben, um die Verluste wieder reinzuholen.Viele Anleger gehen daher dazu über, mit steigendem Alter ihre Aktienquote zugunsten von sichereren Anlagen wie Anleihen oder Festgeld zu reduzieren. Das senkt zwar die erwartete Rendite, bringt aber Sicherheit ins Depot.Dieser Artikel ist erstmals am 03. Mail 2026 bei der WirtschaftsWoche erschienen. Wir haben ihn um die aktuellen Entwicklungen ergänzt und zeigen ihn erneut. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! 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