Vergangenen Saisons wurde der Trend des Ballerina als elegante Alternative zu Sneakern erklärt. Doch auf das Schuhwerk zum Hineinschlüpfen folgt nun eine pragmatischere Variante. Während der klassische Ballerina oft lose über den Spann gleitet, setzt sein Nachfolger auf Schnürung: Der Jazzschuh hat einen Lauf.Charakteristisch sind die flache, dünne Sohle, ein runder Zehenbereich, weiches Leder oder Wildleder und vor allem die Schnürung im Oxford- oder Derby-Stil. Er sitzt fest am Fuß, ist alltagstauglicher und bringt eine nüchterne Pragmatik mit – genau das, was dem Ballerina im Alltag fehlt und was beim Sneaker mit der Zeit zu massiv wirkte.

Frisch aus dem Tanzsaal

Wie der Name bereits verrät, kommen die Jazzschuhe nicht direkt vom Laufsteg – sondern aus dem Tanzsaal. Sie entwickelten sich aus den Tanztraditionen des frühen 20. Jahrhunderts, doch der konkrete Schuhtyp entstand erst später. In den Anfängen des Jazz Dance wurde noch in gewöhnlichem Schuhwerk getanzt.

Erst als sich der Jazztanz Mitte des 20. Jahrhunderts zunehmend von den Clubs auf die Bühne verlagerte, etablierte sich der weiche, geschnürte Oxford mit flexibler Sohle als charakteristischer Jazzschuh.

Über die Jahre wurde er zum festen Bestandteil des Jazz- und Bühnentanzunterrichts. Nun wird die Tanzsaal-Ästhetik von Designerinnen und Designern auf dem Laufstegen zitiert.