Viele Menschen hätten finanzielle Sorgen, die Weltordnung verändere sich dramatisch und Unsicherheit greife um sich – „und da geben wir als Stadt so viel Geld für ein Kunstwerk aus. Das gefällt nicht allen. Das nehmen wir sehr ernst.“ Nein, da spricht nicht der in letzter Zeit sehr leicht bekleidete Zuwendungsempfänger Matthias Lilienthal. Der nimmt die verlässliche Steuerzahlerkritik an seinem ersten Projekt als Volksbühnenintendant, dem eintrittsfreien Volksbad vor seinem Theater, eher weniger ernst, sondern macht sie zum maßgeblichen Bestandteil seines Kunstwerks. Dass nun die Duschen nicht funktionieren und deswegen das Bad vorübergehend geschlossen bleiben muss, dass man der Schwarzen Community einen exklusiven Zugangsslot von sechs Stunden reserviert, sorgt bei manchen für schlechte Laune, heizt aber diese Debatte nur noch an.

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Volksbühne Berlin: Anbaden im Volksbad für 300.000 Euro

Alle wissen inzwischen, dass die 25-Meter-Bahn auf dem Rosa-Luxemburg-Platz mitsamt Pommesverkauf, Rettungswachen und Synchronschwimm-Workshop 300.000 Euro gekostet hat, die Lilienthal aus dem künstlerischen Etat des landesfinanzierten Theaters abzweigt. Mit dem Geld hätte man ein bis zwei richtige Theaterproduktionen am Haus bezahlen können – oder den kleinen Teil eines Netzes, das nun über der Konstablerwache in Frankfurt am Main hängt und dort die Gemüter reizt.