Medien: Paramount stellt Weichen für Wegzug aus KalifornienDas Filmstudio Paramount ist traditionell in Hollywood verankert. Doch der Streit um den Kauf des Rivalen Warner Brothers könnte bei dem Konzern nun zu einem Adresswechsel führen.12.08.2026, 08.34 Uhr2 LeseminutenParamount will Hollywood verlassen.Mario Anzuoni / REUTERS(dpa) Der Unterhaltungskonzern Paramount bereitet laut Medienberichten einen Wegzug aus Kalifornien vor. Auslöser des Schritts sei eine Wettbewerbsklage gegen die geplante Übernahme des Rivalen Warner Brothers. Der Paramount-Verwaltungsrat habe den Beginn des Vorhabens ab dem 1. Oktober gebilligt, wie unter anderem die Website «Puck» und der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen berichteten. Von Paramount gab es dazu zunächst keine Stellungnahme.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Laut den Berichten hat Paramount-Chef David Ellison – der Sohn des bekannten Tech-Milliardärs Larry Ellison – von einem auf fünf Jahre ausgelegten Plan gesprochen, bei dem der Grossteil der Jobs im Film- und TV-Bereich den Standort wechseln solle. Sollte die Warner-Übernahme gelingen, könne auch ein Studiogelände in Hollywood verkauft werden.Als potenzielles neues Zuhause würden unter anderem die Gliedstaaten Tennessee, Georgia und Texas in Erwägung gezogen, hiess es. Das sind alles Bundesstaaten, in denen die Republikanische Partei von Präsident Donald Trump stark ist. Auch andere in Kalifornien ansässige Unternehmen, etwa der von Tech-Milliardär Elon Musk geführte Autokonzern Tesla, verlegten in den vergangenen Jahren ihre Firmenzentrale in republikanische Gliedstaaten, die den Unternehmen eine freiere Hand und eine niedrigere Steuerlast versprechen.Die aktuelle Wettbewerbsklage wurde von Kalifornien und anderen Gliedstaaten eingereicht, die von Demokraten geführt werden. Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta sprach nach den Medienberichten von einem Erpressungsversuch seitens Paramount. Die Gliedstaaten argumentierten unter anderem, der Zusammenschluss werde den Wettbewerb bei populären Filmen verzerren und dadurch die Kinos unter Druck setzen.Stillstand bis MärzVergangene Woche hat eine Richterin den Prozess zu Wettbewerbsklagen der amerikanischen Gliedstaaten sowie der Drehbuchautoren-Gewerkschaft auf Anfang März kommenden Jahres angesetzt. Für Paramount macht das den bereits rund 111 Milliarden Dollar schweren Deal noch etwas teurer. Denn die Paramount-Spitze hat Warner-Aktionären zusätzliche Zahlungen von rund 650 Millionen Dollar pro Quartal zugesagt, falls die Übernahme bis Ende September nicht vollzogen sein sollte. Damit ist sehr wahrscheinlich, dass Paramount mindestens 1,3 Milliarden Dollar mehr zahlen muss.Zudem wird dann die Zeit knapp. Die Unternehmen setzten sich eine Frist bis zum 4. Juni 2027, um die Übernahme abzuschliessen. Verstreicht sie, kann Warner Brothers das Abkommen aufkündigen – und von Paramount eine Vertragsstrafe von sieben Milliarden Dollar einfordern. Zugleich könnten die Firmen auch die Frist verlängern. Paramount hat den Warner-Kauf nach den Wettbewerbsklagen vorläufig ausgesetzt.Passend zum Artikel
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