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In Kursdorf wohnt kein Mensch mehr, kein einziger. Zwar stehen hier noch ein Ortseingangsschild, eine winzige Kirche und ein paar nicht besonders gut gepflegte Häuser. Aber deren Bewohner sind fortgezogen, weil der angrenzende Leipziger Flughafen größer und größer wurde.

Eigentlich also ist es öde in Kursdorf. Aber wenn es um den Anschlag auf den Flughafen geht, dann gibt es hier durchaus etwas zu erfahren.

In dem Geisterdorf haben sich einige kleine Firmen angesiedelt. Ein Handwerksbetrieb, eine Autowerkstatt, die Außenstelle eines Postdienstleisters. Und einer von jenen, die hier arbeiten, kann sich an den Abend des 4. August sehr gut erinnern. Es ist der Abend vergangener Woche, an dem eine mit Sprengstoff beladene Drohne am Flughafen entdeckt wurde. Der Mann sagt, er habe einen Knall gehört, lauter als aus einer Pistole. Eher so laut, wie man sich eine Explosion vorstellt. Er habe extra auf die Uhr gesehen, 19.19 Uhr sei das gewesen. So habe er es später auch den Ermittlern der Polizei gesagt.