Berlin, Düsseldorf. Mehrere Sozialdemokraten sprechen sich dafür aus, das Programm zur Förderung von Elektroautos anzupassen. „Die Förderung muss ihrem sozialen Anspruch gerecht werden“, sagte die verkehrspolitische Sprecherin, Isabel Cademartori, dem Handelsblatt. Der wirtschaftspolitische Sprecher, Sebastian Roloff, erklärte: „Luxusautos müssen nicht vom Staat gefördert werden.“Anlass für die Forderung sind neue Zahlen zum Programm. Demnach werden auch elektrische Luxus-SUVs, Oberklasse-Limousinen und Sportwagen bezuschusst – darunter Modelle von Porsche, BMW und Mercedes, deren Listenpreis teilweise im sechsstelligen Euro-Bereich liegt.Green & Energy Mandy Pastohr, wie sinnvoll ist die E-Auto-Prämie? 11.08.2026

Abspielen 32:57Dabei wollte Schwarz-Rot die Förderung sozial aufstellen. Auch BAFA-Präsidentin Mandy Pastohr sagte am Dienstag im Handelsblatt-Podcast „Green & Energy“, die Prämie richte sich „insbesondere an Menschen mit kleinem Geldbeutel“, die sich sonst keinen Elektrowagen leisten könnten.Deshalb wurde die Prämie sozial gestaffelt. Für rein elektrische Fahrzeuge liegt sie zwischen 3000 und 6000 Euro, je nach Einkommen. Haushalte mit einem Jahreseinkommen von mehr als 90.000 Euro haben keinen Anspruch. Pastohr sieht das soziale Ziel erfüllt, da bislang die Hälfte der Anträge von Haushalten mit weniger als 45.000 Euro Jahreseinkommen kämen.Politiker wollen PreisobergrenzeDoch es gibt ein Problem: Laut den Förderrichtlinien müssen Halter und Käufer oder Leasingnehmer „nicht personenidentisch sein“. In Onlineforen tauschen sich Nutzer bereits darüber aus, Fahrzeuge über Eltern oder andere Angehörige mit geringerem Einkommen laufen zu lassen.Die ersten Auswertungen zeigten zwar, dass die soziale Staffelung wirke, sagte Cademartori. „Wenn Einkommensgrenzen gezielt umgangen werden, müssen wir gegebenenfalls nachschärfen“, fügte sie jedoch hinzu. Auch Roloff bringt eine Obergrenze ins Spiel.Möglich wäre das mit einer Obergrenze für den Listenpreis des geförderten Autos, wie es sie bei früheren Programmen schon gegeben hatte. Laut Cademartori handelte es sich um einen Kompromiss, bislang darauf zu verzichten – auch weil viele Fahrzeuge deutscher Hersteller im höheren Preissegment liegen.Elektromobilität Luxuslimousinen mit staatlicher Unterstützung: Lücke in der E-Auto-Förderung macht’s möglich Was die Union von dem Vorschlag hält, war am Dienstag nicht zu erfahren. Mehrere Abgeordnete reagierten zunächst nicht auf Anfragen.Umweltministerium widerspricht ÄnderungswünschenAnpassungen des Programms müsste die Bundesregierung auf den Weg bringen. Zuständig ist das Umweltministerium von Carsten Schneider (SPD).Doch der will seinen Parteifreunden nicht folgen. Eine Sprecher erklärte auf Handelsblatt-Anfrage, das Ministerium sehe derzeit keinen Anlass, die Ausgestaltung des Förderprogramms zu ändern. Bei den Förderungen für hochpreisige Fahrzeuge handele es sich nur um eine „sehr kleine Randerscheinung“. Das Gesamtbild sei ein deutlich anderes: Weit über 80 Prozent der geförderten Fahrzeuge hätten einen Preis von weniger als 50.000 Euro.