PfadnavigationHomePanoramaRoland WeißmannEx-ORF-Chef soll Nacktbilder von Mitarbeiterin verlangt haben – nun fordert er MillionenStand: 21:21 UhrLesedauer: 3 MinutenDer ehemalige ORF-Intendant Roland Weißmann bei einem Termin am Arbeits- und Sozialgericht WienQuelle: Helmut Fohringer/APA/dpaEx-ORF-Chef Roland Weißmann wehrt sich vor Gericht gegen seine Entlassung und fordert laut „Bild“ insgesamt 3,9 Millionen Euro. Zugleich verlangt eine frühere Mitarbeiterin Schadenersatz wegen mutmaßlicher sexueller Belästigung.Nach der Ablöse des Intendanten des österreichischen Senders ORF ist die Justiz mit einer wachsenden Zahl von Klagen und Gegenklagen beschäftigt. Grund für die Kündigung von Roland Weißmann war sein Verhalten gegenüber einer Mitarbeiterin. Wie „Bild“ berichtet, schickten sich Weißmann und die Frau von 2019 bis 2022 hunderte von Chat-Nachrichten. Die Wiener Wochenzeitung „Falter“ veröffentlichte die Chats im April.Weißmann soll die Mitarbeiterin darin immer wieder zu sexuellen Handlungen aufgefordert haben. „Nicht einmal ein Foto krieg’ ich von dir“, soll er etwa moniert haben. Er wiederum soll Nacktaufnahmen von sich verschickt haben.Die Frau fordert nun vor Gericht Schadenersatz wegen mutmaßlicher sexueller Belästigung, wie ihre Anwältin der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Zuvor hatte die „Kronen Zeitung“ über diesen Schritt berichtet. Weißmann bestreitet die Vorwürfe.Die Klagen der Frau richten sich gegen Weißmann und gegen den öffentlichen-rechtlichen ORF. Chatnachrichten würden eindeutig zeigen, dass Weißmann die Mitarbeiterin „über Jahre hinweg“ belästigt habe, sagte die Anwältin in einer Verhandlung im Wiener Arbeits- und Sozialgericht.Lesen Sie auchDort ging es jedoch noch nicht um die Belästigungsvorwürfe an sich, sondern um eine Klage des Ex-Intendanten gegen den ORF: Er kämpft vor Gericht gegen seine Entlassung, die im April nach Bekanntwerden der Vorwürfe ausgesprochen worden war. In einer weiteren Klage fordert er vom Sender eine Entschädigung von 200.000 Euro sowie Rentenbeiträge. Laut „Bild“ belaufen sich Weißmanns Forderungen auf insgesamt 3,9 Millionen Euro.Lesen Sie auchNeben diesen arbeitsrechtlichen Verfahren ermittelt die Staatsanwaltschaft Wien seit Wochen gegen die betroffene Frau und ihren Rechtsanwalt wegen des Verdachts der Erpressung und der illegalen Tonaufzeichnung. Weißmann hatte eine entsprechende Anzeige eingebracht. Die Angelegenheit sei „viel vielschichtiger“, als sie ursprünglich den Anschein hatte, sagte Weißmanns Anwalt.Eine Untersuchung des ORF zu Weißmann war zum Schluss gekommen, dass ethisches Fehlverhalten, aber keine sexuelle Belästigung vorlag. Das österreichische Strafrecht definiert sexuelle Belästigung als ungewollte sexuelle Handlungen oder intime Berührungen. Verbale Übergriffe fallen nicht darunter. Das unaufgeforderte Versenden intimer Bilder ist in Österreich erst seit vergangenem Herbst strafbar.Lesen Sie auchAuch wenn keine sexuelle Belästigung im rechtlichen Sinne vorliege, verlange der ORF von seinen Managern „ein sehr hohes Maß an Integrität“, stellte der Sender nach Abschluss der Untersuchung klar. Führungskräfte müssten alles unterlassen, was dem Unternehmen schaden könnte. Daher werde der Dienstvertrag des 58-Jährigen aufgelöst, erklärte der Sender.Die Vorgänge um Weißmann haben einen Umbruch im Management des ORF ausgelöst. Mehrere Spitzenmanager wurden in den vergangenen Monaten wegen mutmaßlichen Fehlverhaltens freigestellt. Zuletzt musste der Leiter des Kultur- und Infosenders ORF III seinen Sessel räumen.Als neuer Intendant des ORF wurde Clemens Pig designiert. Der bisherige Chef der Nachrichtenagentur APA wechselt Anfang 2027 in die Chefetage des großen Rundfunkunternehmens mit 4.000 Mitarbeitern und einem Budget von rund 1,1 Milliarden Euro.lfb mit dpa
Roland Weißmann: Ex-ORF-Chef soll Nacktbilder von Mitarbeiterin verlangt haben – nun fordert er Millionen - WELT
Ex-ORF-Chef Roland Weißmann wehrt sich vor Gericht gegen seine Entlassung und fordert laut „Bild“ insgesamt 3,9 Millionen Euro. Zugleich verlangt eine frühere Mitarbeiterin Schadenersatz wegen mutmaßlicher sexueller Belästigung.







