Freitagmittag, Sonnenschein in Berlin. Am S-Bahnsteig Prenzlauer Berg steht eine junge Frau in rosa Lackstiefeln, kariertem Minirock, Kunstpelzjacke und Strass besetzter Kappe, und zwar gleich zweimal. Denn neben sich hat sie einen lebensgroßen Pappaufsteller, quasi ihr Abziehbild, ebenso gehüllt in Glitzer, Plüsch, Pink und mit schrillem Make-up. Die Frau steigt mit ihrem „Zwilling“ in die S-Bahn, setzt sich, lehnt ihren Aufsteller gegen ihr Knie; die anderen Fahrgäste schauen nicht einmal auf. „So ist das in Berlin“, sagt die gebürtige Münchnerin Tina (Name geändert) und lacht: „Hier schaut einen keiner an. Egal, wie man aussieht.“
Dragkunst: Wie eine Frau als Dragqueen Karriere macht
Warum eine Münchnerin als Dragqueen in Berlin auftritt, wie die Menschen auf ihre Kunst reagieren – und der Anschlag auf den CSD nachwirkt.






