Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) hat die Installation von Janet Echelmans Kunstwerk „A Sky Full of Hope“ an der Konstablerwache verteidigt. Bei der offiziellen Vorstellung im Museum Angewandte Kunst sagte sie am Dienstag, sie habe Verständnis dafür, dass seine Anbringung die Öffentlichkeit polarisiere: „Viele Menschen treibt ganz anderes um.“ Dass die Stadt gut zwei Millionen Euro in ein Kunstwerk stecke, gefalle nicht jedem, „das nehmen wir sehr ernst“. Aber das Geld stamme nicht aus dem laufenden Kulturetat und werde auch nicht andernorts zweckentfremdet: „Es wird weder in der Kultur noch im Sozialen für dieses Projekt etwas gekürzt.“Das Kunstwerk sollte am Dienstagabend nach Einbruch der Dunkelheit erstmals farbig angestrahlt präsentiert werden. Die Konstablerwache sei sonst ein „schmuckloser, eher rauer Ort“ und an Tagen ohne Erzeugermarkt „leer“ und „an den Rändern problematisch“, sagte Hartwig. Die Anbringung eines Kunstwerks löse zwar weder soziale Probleme noch stadtplanerische Herausforderungen, sei aber ein Anstoß zur Beschäftigung mit dem Platz und seiner Gestaltung. Auf der Konstablerwache seien täglich zwischen 70.000 und 150.000 Menschen unterwegs. Schon jetzt sei zu bemerken, dass sich dort etwas verändert habe.Dass die Stadt das Kunstwerk nicht ausgeschrieben hat, hatte in den vergangenen Tagen der Künstler Tobias Rehberger kritisiert. Hartwig rechtfertigte das Vorgehen der Verwaltung mit einem Blick auf das Zustandekommen der Entscheidung. Die vom Stadtmarketing verwalteten Mittel waren von den Stadtverordneten ursprünglich zur Stärkung des Lichtkunstfestivals „Luminale“ bereitgestellt worden, das von der Messe Frankfurt aus Kostengründen aufgegeben wurde. Sie waren vor ihrem Verfall zur weiteren Verwendung in ähnlichem Sinn gesichert worden. Die Frage danach, ob die Stadt das Geld nicht für etwas anderes hätte verwenden können, sei nachvollziehbar, aber falsch gestellt, sagte Hartwig, „weil die Antwort Nein lautet“.Während der Vorbereitung auf Frankfurts Jahr als „World Design Capital 2026“ sei klar geworden, dass die Stadt mehr wolle als viele kleine Einzelprojekte: „Was uns gefehlt hat, war ein Zeichen, das für dieses Jahr steht und über das Jahr hinaus bleibt.“ Es habe Zeitdruck gegeben. „Wir mussten schnell eine Entscheidung treffen.“„A Sky Full of Hope“ sei ein Auftragswerk, das im Verhandlungsverfahren vergeben worden sei, weil es sich um eine außergewöhnliche Aufgabe gehandelt habe, so Hartwig weiter. Das Vergaberecht sieht ein solches Verfahren ohne Teilnahmewettbewerb vor, es soll allerdings eine Ausnahme bleiben. Es kann angewendet werden, wenn das Vorhaben dringlich ist und kein vergleichbarer Anbieter existiert. Echelman verfüge auf ihrem Gebiet über jahrzehntelange Erfahrung und habe das Werk rechtzeitig fertigstellen können, sagte Hartwig. Zur genauen Höhe der Kosten könne sie aus rechtlichen Gründen keine Angaben machen. „Es ist auch nicht üblich, die Preise bekannt zu geben, wenn wir Kunstwerke für unsere Museen kaufen.“Hartwig sprach als einziges Mitglied des Magistrats, Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP) war nicht zugegen, obwohl das Geld aus dem Stadtmarketing kommt, das ihr zugeordnet ist. Hartwig hob daher auch die Bedeutung des Tourismus als Standortfaktor hervor. Als „unverwechselbares Key Visual“ für Frankfurt helfe „A Sky Full of Hope“ dem Stadtmarketing: „Es wird ein zusätzlicher Anlass geschaffen, Frankfurt zu besuchen.“
Kunstwerk an der Konstablerwache: Ina Hartwig verteidigt “A Sky Full of Hope”
Vor der Eröffnung am Dienstagabend rechtfertigt Kulturdezernentin Ina Hartwig das Kunstwerk von Janet Echelmans auf der Konstablerwache.












